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Aber es ist einfach so.

Ich will aufhören an ihn zu denken. 
Ich will aufhören Herzklopfen zu bekommen, wenn ich denke er steht vor mir.
Ich will aufhören mir Gedanken darüber zu machen, wie ich ihm beibringe, dass ich ihn mag. Das ich ihn toll finde. Das ich ihn gerne küssen würde.

Eigentlich dachte ich immer, ich wäre so gut darin, Menschen meine Gefühle beizubringen. War ich auch immer. Ich konnte schon immer in nur wenigen Sätzen meiner Mama sagen wie es mir geht. Meine Freunde wussten schon nach zwei Blicken wie es mir geht. Und wenn es mal tiefer ging, intensiver mit Gefühlen, dann war ich immer der Vorreiter. 
Zu Not nahm ich einen Stift, schrieb all das auf, was mir in der ersten Minute in den Sinn kam. Ich konnte das schon immer ganz gut. Mit Wörtern um mich werfen und hoffen, dass die Leute verstehen, wie mein Herz schlägt.
Wieso also kann ich es nicht bei dem Menschen, der mich in allen Situationen erlebt hat? Bei dem ich zu hundert Prozent so sein kann, wie ich bin. Bei dem ich mich noch nie verstellen musste. Bei dem ich mich nie verstellen werden. Wir und unsere Gespräche waren berühmt. Alle um uns liebten uns zu zuhören. Wir konnten einfach nur Spaß haben, rennen, lachen und scheiße bauen. Aber wir konnten auch sitzen, den Kopf senken und das Tiefste aus unserem Herz kramen und dem anderen auf einem Tablett servieren. Wir wussten, der andere würde so reagieren wie wir uns das wünschten.
Wir hatten schon immer ein anderes Verhältnis als andere. Es verstanden die anderen nicht, und wir wahrscheinlich auch nicht.
Aber es war einfach so. Wir sind in unsere Rollen reingewachsen. Zusammen haben wir uns Rituale und Sprüche angewöhnt. Meistens sind wir nicht sehr nett zueinander, aber wissen trotzdem, dass wir dem anderen was bedeuten. Wir schubsen uns und trotzdem sitzen wir Zentimeter auf Zentimeter.
Warum also kann ich es ihm nicht einfach sagen. Warum bringen meine Lippen es nicht hin, einen Satz zu formen, der meinen Herzschlag widerspiegelt?



Ich will neben ihm sitzen.
Ich will seine Hände auf meinen Beinen spüren.
Ich will hören, dass das alles gar nicht so schlimm ist. 
Ja ich mache das kompliziert. Ich denke zu viel darüber nach. Ich mache zu viel falsch und  entferne mich von Minute zu Minute mehr von ihm, obwohl ich eigtnlich immer näher an ihn rutschen will.
Sie schütteln den Kopf über mich. Sie denken alle, ich hätte Liebeskummer. ich denke ich weiß es nicht. Es ist nur so verdammt kompliziert. Es hätte mir früher auffallen sollen. Wäre ich zwei Jahre früher dran gewesen, wäre es hundert mal einfacher. 

Aber wir wissen, dass einfach auch langweilig ist. Es passt im Moment überhaupt nicht, so gut wie alles spricht dagegen. Und trotzdem ist es einfach so: Ich will es jetzt. genau jetzt. Und ich will nicht verzichten und nicht weichen. Meine Lippen müssen tun, was mein Verstand und mein Herz braucht. Sonst werde ich verrück. Nicht nur ich.

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