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Diese Nacht 3.0

Seine Oberschenkel unter meinen Beinen. Sein Gesicht ist meinem mehr als nah. Die anderen Augenpaare in dem Raum haften auf meinen Schultern, kletten an meinen Bewegungen und warten auf etwas, dass ich nicht definieren kann. Ich atme ruhig weiter. Normalerweise ist in solchen Situationen mein Gehirn auf Notstrom. Kann keine Informationen verarbeiten. Kann nicht denken. Kann nur die Luft anhalten. Doch heute. Doch Jetzt. Ist alles anderes. Er ist anderes und ich bin anderes. Wir sind vertraut. Wir sind wir. Und ich weiß endlich was ich will. Und eben was nicht. Worauf ich Lust habe und auf was nicht. Ich habe das Gefühl ich bin meinen Altersgenossen immer zwei Schritte voraus. Das was sie jetzt alles erleben wollen, habe ich schon längst auf meiner List abgehakt. Ich hatte meine Minuten, mit diesen Typen. Ich habe meine Zeit verschwendet und mir mein Fantasievorrat für unnütze Dinge angepackt. Diese Typen kann man noch zehn Mal küssen, sie werden trotzde...

Und ich? Ich schreibe wieder.

Hey. Hey. Hey. Küssen links, küssen rechts. Wir begrüßen uns. Mal wieder, nach Jahren. Wir lächeln uns an, und erahnen die Stille die gleich eintreten wird. Mal wieder. Im Moment bin ich verfolgt von der Stille. Von der Stille danach. Von der Stille davor. Meine Zunge ist gespitzt. Meine Gedanken geschliffen. Die Überschrift des neuen Kapitels lautet mal wieder: Alles neu. Es ist mal wieder die eine, die einzige, die die man unbedingt nutzen muss. Es ist mal wieder eine Chance. Für ein neues Leben, für neue Freunde, Neue Geschichten und neue Abenteuer. Jetzt, die Zeit in der man wartet, kann man noch träumen, sich ausmalen, wie man diesmal gerne sein möchte. Die Einbildung bleibt, aber das Ich auch, wir können uns noch so versuchen zu verstellen, wir werden immer wir bleiben. Bei dem dritten Mal, bei dem wahrscheinlich letzten Mal, hab sogar ich das verstanden. Ich kann nicht sagen, wie unendlich viele Texte ich über das “Neue”, das “außergewöhnliche”, das “einzigarti...

Fallen üben.

Ich bin mal leise. Mal laut. Mal lustig. Mal traurig.  Wie jeder auf der Welt, jeder hat Ströme im Leben die einen täglich zu einem anderen Lebewesen machen. Und trotzdem sind wir bei jedem Schritt, jedem Atemzug und jedem Lachen nur wir, ein einzigartiges Individuum. An manchen Tagen da schämen wir uns, für unser Aussehen, unseren Stil Zeit zu vertreiben oder unseren schrecklichen Humor, die Angewohnheiten die uns, zu uns machen. Die Zeit dreht, die Jahre vergehen und wir sehen jeden Tag in den Spiegel, sind wohl unsere kritischsten Kritiker, wollen das Perfekte erreichen und sind trotzdem manchmal einfach nur faul, müde und ausgelaugt. Ja und verdammt auch das sind nur wir, niemand anderes. Manchmal muss man andere Leute treffen, die einen schon ewig nicht mehr gesehen haben, dass diese einem vorführen, was man doch für eine Wandlung hinter sich gebracht hat.  Manchmal hat man das Gefühl, dass Geschichten schon geschrieben sind, bevor sie je angefangen haben. Plöt...

Learning to fly

Stell dir eine winzige Seifenblase vor. Wie sie in dem Sonnenschein in hundert Farben schillert. Sie treibt umher, immer der Sonne entgegen.  Doch in ihr quetschen sich hundert Bilder aneinander, tausend Buchstaben, die alle Geschichten erzählen wollen und für nur ein einziges Gefühl stehen. Sie wollen aneinander gereiht werden, Bild für Bild, Buchstabe für Buchstabe. Wollen verstanden werden und erinnert werden. Es sind Probleme unter ihnen, kleine Gefühlsausbrecher, große Liebesgeschichten und winzige Tränen. All das Zusammen. Zusammengefasst in der kleinen, fast schon unscheinbaren Seifenblase, heißt Leben. Vielleicht sogar Glück. Wir haben es, besitzen es. Es liegt so nah. Fast schon in unserer Hand. Ich meine das Glück. Das was sich jeder wünscht. Jeder als Lebensziel und Wunsch in das kleine Tagebuch einträgt. Doch die Überlegung, dass es direkt neben einem vorbeifliegt, in einer kleinen Seifenblase verpackt und einem eine neue Geschichte einhauchen will, bedenken ...

Vielleicht war es ein "einmal" zu viel.

Ich stehe neben dir, falle nicht mehr. Wir reden, ohne einen Punkt zu setzten. Wir lachen, ohne Luft zu holen.  Ich zähle die winzigen grüngelben Flecken an meinem Arm, meinen Knien und Beinen. Ich zähle sie mit einem Erinnerungslächeln, mit Herzklopfen, während ich an die Kissenschlacht denke. Ich sitze an meinem Platz und die Glückswelle schwappt über mich, hinterlässt Gänsehaut und dein Namen, wie fest getackert, in meinem Kopf. Nicht weg zu denken. Hinter deinem Namen schieben sich Bilder, bewegen sich wie eine Diashow über mein Inneres Auge. Lassen mich schwelgen, mich grinsen, mich erschaudern, mich erinnern. Unsere Geschichte hat keinen Anfang. Sie zieht sich über Jahre hin. Endet mal wieder und erwacht dann plötzlich zu etwas neuem, einzigartigen. Zerrt mich aus den kleinen Tiefs, über die ich manchmal stolpere. Aus Versehen oder auch beabsichtigt. Wir haben an schon so vielen Orten unsere Zeit verbracht. An Orten Erinnerungsfetzen fallen lassen, sie sind voll mi...

In front of me

Wir sitzen mal wieder an dem Tisch, an dem alles diskutiert wird. Die Vergangenheit, die Zukunft und Gegenwart. Wir bringen uns alle auf den neusten Stand, um dann langsam in alten Zeiten zu versinken, Anzeichen für das jetzige zu suchen oder einfach nur darüber zu lachen wie sich alles verändert hat. Irgendwann kommt das Thema Zukunft, es wird immer stiller am Tisch. Man könnte schon manchmal denken, der eine oder andere hält die Luft an. Vielleicht halten die anderen nicht so viel von dem neusten Plan. Der Gedanke an etwas Neues bringt nicht nur immer ein Strahlen mit und die Veränderung weiß auch noch nicht so recht wie sie sich ankündigen soll.  Und dann kommt irgendwann das Küken an die Reihe, also ich. Die wohl wichtigste Kategorie bei mir ist die Zukunft. Wie mein nächstes Jahr aussehen wird. Wie es an der Front Liebe aussieht und all das, was mich selbst so beschäftigt, dass ich darauf nie eine Antwort finde. Wie sieht es schon mit der Zukunft aus? Vor mir ...

Erinnerungsrhythmus

Wir ändern die Richtung. Unseren Lebensstil. Sehen uns anderes und wollen anders gesehen werden. Warum das alles so ist, wissen wir nicht. Erkennen wir wahrscheinlich viel zu spät.  Wir verlieren uns, merken es nicht. Finden uns wieder und können es nicht würdigen.  Es gibt Wochen in denen nichts passiert, in denen alles still steht und wir atmen können. Plötzlich dreht es sich, wir rennen unserem alten Ich hinterher und erkennen nicht, dass wir schon ein komplett anderer Mensch sind. In manchen Zeiten, würde ich gerne mein kleines Ich wiedersehen, wenn ich in den Spiegel schaue. Doch dann bin ich wieder glücklich mich zu sehen, das was mich gerade ausmacht. Mit dem Stil den ich gerade trage, der mich ausdrückt, der anderen zeigt, für was ich einstehe und für was nicht. Ich weiß nicht wirklich, was der Mensch von früher, mit dem von heute, noch gemein hat. Wie meine Wandlung zu Stande kam, wie ich das Ich ausgekramt habe, kann ich nicht sagen. Ob es schon vorb...