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Zuckerwattenstimmung



Ich habe immer geglaubt, dass alles wunderbar ist. Hat man einen Freund, dann schwebt man auf Wolke sieben. Man hat jemanden mit dem man sich blind versteht. Denn würde man sich nicht blind verstehen, wäre man ja nicht zusammen. Natürlich gab es Höhen und Tiefen in meiner Fantasie, aber irgendwie, überwiegten die Höhen und selbst wenn dann mal diese so genannten Tiefen auftauchten, dann waren es nur Momente.
Ja man kann es Naivität nennen. Aber ich finde einfach das es ein Wunschdenken war. Gut ich wurde älter, in meinem Umfeld entstanden immer mehr "große Lieben", Paare die sich fanden, bei denen jeder dachte, dass sie zusammen alt werden würde. Dachte ich genauso. Ich wunderte mich nur irgendwann, dass alle eine so großartige Beziehung führten. Und diese dann ach so plötzlich auseinander brachen.
Gut es störte mich nicht weiter, denn eigentlich war ich noch nie der Mensch der sich um das Leben anderer scherte. Der sich Gedanken darüber machte, was mir andere Menschen vorlebten.
Doch dann kam die Zeit, in der ich in allen Punkten aufgeklärt wurde, nämlich das in Beziehungen, nicht immer eine Zuckerwattenstimmung herrschte. Nein ganz und garnicht, dass manchmal dein größer Feind dir gegenüber sitzt, bei dem du dachtest, ihr könntet euch ganz ohne Wörter unterhalten. Ich dachte vielleicht einfach das in unserem Alter, das mit der Liebe noch unbeschwert ist. Vielleicht habe ich falsch gedacht, vielleicht habe ich zu spät angefangen. Vielleicht hätte ich früher anfangen müssen, um eine Beziehung zu führen in der es nur Zuckerwattenstimmung gibt.

xoxo Feli

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Start again

Ich lese ihre wenigen Worte. Ironisch und mit einem fetten Zwinkern. Und ich lache. Eine kleine Glückswelle schlägt gegen meine Seele und lässt sie für wenige Sekunden aufleuchten. Gerade noch war ich in einen Text vertieft, es ging um Mut, das Selbstbewusstsein  und das Ich-Gefühl. Ich wollte, dass er mich endlich wieder mitreißt in meine Gedankenwelt, in der ich schon so lange nicht mehr war. Viel zu lange habe ich keine Buchstaben aneinander gereiht und daraus meine Regeln, Ereignisse und Kunststücke gebaut. Viel zu lange habe ich mich immer wieder gezwungen über diesen Kerl nachzudenken, zu einem Ergebnis zu kommen und über ihn einen Text zu schrieben der Abschließt. Viel zu lange wollte ich schon einen Text zu dem Ende schreiben. Über all das was in meinen letzten Monaten passiert ist. Aber irgendwie schaffe ich das alles noch nicht, nicht weil ich nicht damit klar komme. Vielleicht einfach deswegen, weil ich niemanden verletzten will, weil ich mir noch nicht über alles sicher bin…

I was so much younger yesterday.

Wahrscheinlich dachte ich, ich könnte ewig weglaufen. Vor der Vergangenheit, vor der Zukunft, vor den Gedanken die mich aufgefressen hätten. Aber jetzt ist es wieder da, das ganze Jahr zieht an mir vorbei, als wäre es ein Tag gewesen. All die Tränen, all das Grinsen, all das Hüpfen, das neue ich, das eigentlich noch immer so aussieht, wie das Spiegelbild von vor ein paar Monaten. Das Herz schlägt immer noch im gleichen Takt und trotzdem, ist in mir so viel passiert. Ich habe so viel gelernt und erfahren. Über Freundschaft, über Leben, über Glück und über Liebe. Selbstliebe. Manchmal da würde ich gerne einfach auf eine Wiese treten, für ein paar Minuten an einen Ort, an dem man ruhig denken kann, ohne von all den anderen Gefühlen in mir angeschrien zu werden. Manchmal da würde ich mir wünschen, einfach denken zu können, ohne von Erinnerungen bestimmt zu werden, in welche Richtung meine Entscheidung driften sollte. Manchmal, da würde ich auch gerne einfach keine Entscheidungen treffen müs…

Na und.

Es ist die Ausstrahlung, das Auftreten, all die Bider bei Instagram, der perfekte Körper, kein Gramm zu viel, alles super ausgeleuchtet, das Lachen an der richtigen Stelle, dass uns das Glück zeigt. Die gebräunten Beine, der Highleighter, der so wunderschön auf dem Nasenrücken und den Wangenknochen schimmert, die Schrittfolge, der Bewegungsablauf, der Gang, der alle anderen zwingt hinzusehen, die Haare, die fallen, als wären sie gerade frisch gewaschen und drei Stunden geföhnt worden. Das Outfit, das aussieht, als wäre es aus der letzen Zeitschriften Ausgabe, von einem Topmodell kopiert worden. Der Geschmack eben, der sind im Zimmer, den Klamotten, den Tanzschritten und in der Musik widerspiegelt, auf den alle neidisch sind.
Das war das Stichwort. Neid. 
Es ist Sonntag, eigentlich müssten wir für die Schule lernen, der Familie helfen oder einfach Sinnvolle Dinge erledigen. Aber die Puste ist uns allen ausgegangen, weil die Sonne vergessen hat zu scheinen und weil uns der Regen noch tief…