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Listen to the Ozean

Ich weiß nicht was das Wasser mit mir macht. Warum es mich auf magische Art anzieht. Warum ich kein bisschen Angst habe, nicht mal 100 Meter vom Strang entfernt. Ohne Bodenhaftung unter den Füßen, obwohl ich doch normalerweise Höhenangst habe. Ich kann nicht sagen warum ich so unendlich frei Atmen kann, wenn ich eine Minute einfach abtauche. Unter die Wasseroberfläche, weg von der Welt. Alles ist gedämpfter, alles ist taub, man hört nur blubberndes Wasser. Bewegungen wie in Zeitlupe. Alles bewegt sich so viel langsamer, gleichmäßiger, ruhiger, einheitlicher, gelassener. Irgendwann hört man nur noch lautes Pochen, das Blut sanft in den Ohren rauschen. Den Drang immer weiter runter zu tauschen, noch mehr von dieser anderen, besseren Welt sehen. Man sehnt sich förmlich danach, hier bleiben zu können. So befreit. Voller Leichtigkeit, zwei Züge und man ist seinem Ziel so nah.





 Irgendwann geht sie Luft aus, man treibt an die Wasseroberfläche, lässt sich noch ein paar Sekunden wie ein Baumstamm oben treiben. Genießt den letzten Blick, die Ruhe, das friedliche. Und schon taucht man auf, hört Stimmen Wirrwarr. Dreht sich einmal um die eigene Achse. Atmet tief ein. Schwimmt so weit, so schnell man kann. Noch ein Stück weiter. Entfernter. Weg von den Menschen. Hin zu einem Ort, zu einem Fleck an dem man alleine für sich ist. Streicht sich nochmal die Haare aus dem Gesicht. Holt Luft. Taucht wieder ab. Man sieht die kleinen Luftblasen von dem Mund aufsteigen. Lässt Arme und Beine treiben. Die Harre schwimmen auf und ab.
Und für ein zwei Minuten ist man wieder alleine auf der Welt. Hat ein Gefühl von Glück und Freiheit. Es ist das Gefühl, das neben dem Verliebtsein, das beste auf Erden ist. Das alles vereint und verdrängt. Einen vollkommen einnimmt und in einen Glücksrausch katapultiert. 


🍍🌊

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Start again

Ich lese ihre wenigen Worte. Ironisch und mit einem fetten Zwinkern. Und ich lache. Eine kleine Glückswelle schlägt gegen meine Seele und lässt sie für wenige Sekunden aufleuchten. Gerade noch war ich in einen Text vertieft, es ging um Mut, das Selbstbewusstsein  und das Ich-Gefühl. Ich wollte, dass er mich endlich wieder mitreißt in meine Gedankenwelt, in der ich schon so lange nicht mehr war. Viel zu lange habe ich keine Buchstaben aneinander gereiht und daraus meine Regeln, Ereignisse und Kunststücke gebaut. Viel zu lange habe ich mich immer wieder gezwungen über diesen Kerl nachzudenken, zu einem Ergebnis zu kommen und über ihn einen Text zu schrieben der Abschließt. Viel zu lange wollte ich schon einen Text zu dem Ende schreiben. Über all das was in meinen letzten Monaten passiert ist. Aber irgendwie schaffe ich das alles noch nicht, nicht weil ich nicht damit klar komme. Vielleicht einfach deswegen, weil ich niemanden verletzten will, weil ich mir noch nicht über alles sicher bin…

I was so much younger yesterday.

Wahrscheinlich dachte ich, ich könnte ewig weglaufen. Vor der Vergangenheit, vor der Zukunft, vor den Gedanken die mich aufgefressen hätten. Aber jetzt ist es wieder da, das ganze Jahr zieht an mir vorbei, als wäre es ein Tag gewesen. All die Tränen, all das Grinsen, all das Hüpfen, das neue ich, das eigentlich noch immer so aussieht, wie das Spiegelbild von vor ein paar Monaten. Das Herz schlägt immer noch im gleichen Takt und trotzdem, ist in mir so viel passiert. Ich habe so viel gelernt und erfahren. Über Freundschaft, über Leben, über Glück und über Liebe. Selbstliebe. Manchmal da würde ich gerne einfach auf eine Wiese treten, für ein paar Minuten an einen Ort, an dem man ruhig denken kann, ohne von all den anderen Gefühlen in mir angeschrien zu werden. Manchmal da würde ich mir wünschen, einfach denken zu können, ohne von Erinnerungen bestimmt zu werden, in welche Richtung meine Entscheidung driften sollte. Manchmal, da würde ich auch gerne einfach keine Entscheidungen treffen müs…

Na und.

Es ist die Ausstrahlung, das Auftreten, all die Bider bei Instagram, der perfekte Körper, kein Gramm zu viel, alles super ausgeleuchtet, das Lachen an der richtigen Stelle, dass uns das Glück zeigt. Die gebräunten Beine, der Highleighter, der so wunderschön auf dem Nasenrücken und den Wangenknochen schimmert, die Schrittfolge, der Bewegungsablauf, der Gang, der alle anderen zwingt hinzusehen, die Haare, die fallen, als wären sie gerade frisch gewaschen und drei Stunden geföhnt worden. Das Outfit, das aussieht, als wäre es aus der letzen Zeitschriften Ausgabe, von einem Topmodell kopiert worden. Der Geschmack eben, der sind im Zimmer, den Klamotten, den Tanzschritten und in der Musik widerspiegelt, auf den alle neidisch sind.
Das war das Stichwort. Neid. 
Es ist Sonntag, eigentlich müssten wir für die Schule lernen, der Familie helfen oder einfach Sinnvolle Dinge erledigen. Aber die Puste ist uns allen ausgegangen, weil die Sonne vergessen hat zu scheinen und weil uns der Regen noch tief…