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Heute ist es anders. Und gestern. Und Vorgestern.

Normalerweise sind es immer viel zu viele Gedanken. Ich schreibe über einen Abend, tausend Texte, lese sie durch und langweile mich dann selbst, auch wenn ich an der Erinnerung festhalten will. Irgendwann ist sie ausgereizt, zu Ende geschrieben. Ich hab dann einfach keine Worte mehr, keinen Atem.
Heute ist es anders. Und gestern. Und Vorgestern. Ich habe hundert Dinge im Kopf, die ruhig und sanft durch mich strömen, mir schlechte Gefühle bringen, die Tränen in die Augen drücken. Trotzdem sitze ich da und kann nicht schreiben, finde keine Worte, keine Erklärung. Denke zu viel und schaffe es nicht mich zusammen zu reißen. Meine Ängste, Verletzungen in einen Beutel zu packen und wegzuräumen, um neues zu schaffen, um wieder lächeln zu können.
Ich zwinge mich gut drauf zu sein, es mir nicht anmerken zulassen. Es ist nicht nur dieser verdammte Kummer, der vorprogrammiert war. Nein es sind so viele kleine Dinge, Enttäuschungen.
Manchmal weine ich einfach nur, weil ich weiß, dass es Erinnerungen gibt, die ich konservieren will. Ich will sie fest halten, sie dürfen nicht einfach davon fliegen, sie dürfen nie vergessen werden, sie machen so viel mit mir. Sie machen mich aus. Doch ich kann nicht über sie schreiben, bringe sie nicht aufs Blatt, die Stimmung, die Gerüche, die Gefühle. Einfach alles. Wie oft ich doch da stand, mir gesagt habe, dass ich den Moment mir einprägen muss, wie viele Zeilen mir durch den Kopf gegangen sind. Und jetzt kann ich sie nicht mehr fassen, kriege es nicht mehr hin den Moment festzuhalten und ihn in die Ewigkeit einzuführen.
Es lässt mich verzweifeln. Und es versteht niemand, ich kämpfe mit mir selbst, in stillen Minuten.

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