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Heute ist es anders. Und gestern. Und Vorgestern.

Normalerweise sind es immer viel zu viele Gedanken. Ich schreibe über einen Abend, tausend Texte, lese sie durch und langweile mich dann selbst, auch wenn ich an der Erinnerung festhalten will. Irgendwann ist sie ausgereizt, zu Ende geschrieben. Ich hab dann einfach keine Worte mehr, keinen Atem.
Heute ist es anders. Und gestern. Und Vorgestern. Ich habe hundert Dinge im Kopf, die ruhig und sanft durch mich strömen, mir schlechte Gefühle bringen, die Tränen in die Augen drücken. Trotzdem sitze ich da und kann nicht schreiben, finde keine Worte, keine Erklärung. Denke zu viel und schaffe es nicht mich zusammen zu reißen. Meine Ängste, Verletzungen in einen Beutel zu packen und wegzuräumen, um neues zu schaffen, um wieder lächeln zu können.
Ich zwinge mich gut drauf zu sein, es mir nicht anmerken zulassen. Es ist nicht nur dieser verdammte Kummer, der vorprogrammiert war. Nein es sind so viele kleine Dinge, Enttäuschungen.
Manchmal weine ich einfach nur, weil ich weiß, dass es Erinnerungen gibt, die ich konservieren will. Ich will sie fest halten, sie dürfen nicht einfach davon fliegen, sie dürfen nie vergessen werden, sie machen so viel mit mir. Sie machen mich aus. Doch ich kann nicht über sie schreiben, bringe sie nicht aufs Blatt, die Stimmung, die Gerüche, die Gefühle. Einfach alles. Wie oft ich doch da stand, mir gesagt habe, dass ich den Moment mir einprägen muss, wie viele Zeilen mir durch den Kopf gegangen sind. Und jetzt kann ich sie nicht mehr fassen, kriege es nicht mehr hin den Moment festzuhalten und ihn in die Ewigkeit einzuführen.
Es lässt mich verzweifeln. Und es versteht niemand, ich kämpfe mit mir selbst, in stillen Minuten.

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Immer wenn ich denk es wär vorbei, kommst du mir wieder so gefährlich nah und alles fängt wieder von vorne an.

Ich habe über ihn noch nie viel geschrieben. Ich dachte immer, es wäre nicht notwendig. Aber das stimmt so nicht, denn er ist mein treuer Begleiter, seit dem Anfang meines Lebens. Es gibt so viele Grenzen, die ich bei ihm getestet habe, so vieles das ich bei ihm gelernt habe. Wer ich bin, was ich will und was ich auch von Typen will. Und ich habe schon so oft darüber nachgedacht, ob er denn nicht der Richtige für mich wäre. Ich habe mir schon so oft vorgestellt, wie das Leben später mit ihm wäre. In einer Wohnung, vielleicht mit Kindern. Mit einem Job, mit einem lächeln. Denn eines ist sicher, wenn ich bei ihm bin fange ich an zu lächeln und höre erst wieder auf, wenn er weg ist. Aus meiner Sichtweite, weg aus meinen Gedanken. Wie oft ich schon in der Badewanne lag, nachdem wir uns getroffen haben und ich mich tot gegrinst habe über unsere Sprüche, unsere Aktionen. Nur mit ihm kann ich in einer Stunde so viel neues von mir erfahren, so viel erleben, wie mit keinem anderen Erst wenn man …

Start again

Ich lese ihre wenigen Worte. Ironisch und mit einem fetten Zwinkern. Und ich lache. Eine kleine Glückswelle schlägt gegen meine Seele und lässt sie für wenige Sekunden aufleuchten. Gerade noch war ich in einen Text vertieft, es ging um Mut, das Selbstbewusstsein  und das Ich-Gefühl. Ich wollte, dass er mich endlich wieder mitreißt in meine Gedankenwelt, in der ich schon so lange nicht mehr war. Viel zu lange habe ich keine Buchstaben aneinander gereiht und daraus meine Regeln, Ereignisse und Kunststücke gebaut. Viel zu lange habe ich mich immer wieder gezwungen über diesen Kerl nachzudenken, zu einem Ergebnis zu kommen und über ihn einen Text zu schrieben der Abschließt. Viel zu lange wollte ich schon einen Text zu dem Ende schreiben. Über all das was in meinen letzten Monaten passiert ist. Aber irgendwie schaffe ich das alles noch nicht, nicht weil ich nicht damit klar komme. Vielleicht einfach deswegen, weil ich niemanden verletzten will, weil ich mir noch nicht über alles sicher bin…

Na und.

Es ist die Ausstrahlung, das Auftreten, all die Bider bei Instagram, der perfekte Körper, kein Gramm zu viel, alles super ausgeleuchtet, das Lachen an der richtigen Stelle, dass uns das Glück zeigt. Die gebräunten Beine, der Highleighter, der so wunderschön auf dem Nasenrücken und den Wangenknochen schimmert, die Schrittfolge, der Bewegungsablauf, der Gang, der alle anderen zwingt hinzusehen, die Haare, die fallen, als wären sie gerade frisch gewaschen und drei Stunden geföhnt worden. Das Outfit, das aussieht, als wäre es aus der letzen Zeitschriften Ausgabe, von einem Topmodell kopiert worden. Der Geschmack eben, der sind im Zimmer, den Klamotten, den Tanzschritten und in der Musik widerspiegelt, auf den alle neidisch sind.
Das war das Stichwort. Neid. 
Es ist Sonntag, eigentlich müssten wir für die Schule lernen, der Familie helfen oder einfach Sinnvolle Dinge erledigen. Aber die Puste ist uns allen ausgegangen, weil die Sonne vergessen hat zu scheinen und weil uns der Regen noch tief…