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Heute ist es anders. Und gestern. Und Vorgestern.

Normalerweise sind es immer viel zu viele Gedanken. Ich schreibe über einen Abend, tausend Texte, lese sie durch und langweile mich dann selbst, auch wenn ich an der Erinnerung festhalten will. Irgendwann ist sie ausgereizt, zu Ende geschrieben. Ich hab dann einfach keine Worte mehr, keinen Atem.
Heute ist es anders. Und gestern. Und Vorgestern. Ich habe hundert Dinge im Kopf, die ruhig und sanft durch mich strömen, mir schlechte Gefühle bringen, die Tränen in die Augen drücken. Trotzdem sitze ich da und kann nicht schreiben, finde keine Worte, keine Erklärung. Denke zu viel und schaffe es nicht mich zusammen zu reißen. Meine Ängste, Verletzungen in einen Beutel zu packen und wegzuräumen, um neues zu schaffen, um wieder lächeln zu können.
Ich zwinge mich gut drauf zu sein, es mir nicht anmerken zulassen. Es ist nicht nur dieser verdammte Kummer, der vorprogrammiert war. Nein es sind so viele kleine Dinge, Enttäuschungen.
Manchmal weine ich einfach nur, weil ich weiß, dass es Erinnerungen gibt, die ich konservieren will. Ich will sie fest halten, sie dürfen nicht einfach davon fliegen, sie dürfen nie vergessen werden, sie machen so viel mit mir. Sie machen mich aus. Doch ich kann nicht über sie schreiben, bringe sie nicht aufs Blatt, die Stimmung, die Gerüche, die Gefühle. Einfach alles. Wie oft ich doch da stand, mir gesagt habe, dass ich den Moment mir einprägen muss, wie viele Zeilen mir durch den Kopf gegangen sind. Und jetzt kann ich sie nicht mehr fassen, kriege es nicht mehr hin den Moment festzuhalten und ihn in die Ewigkeit einzuführen.
Es lässt mich verzweifeln. Und es versteht niemand, ich kämpfe mit mir selbst, in stillen Minuten.

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I was so much younger yesterday.

Wahrscheinlich dachte ich, ich könnte ewig weglaufen. Vor der Vergangenheit, vor der Zukunft, vor den Gedanken die mich aufgefressen hätten. Aber jetzt ist es wieder da, das ganze Jahr zieht an mir vorbei, als wäre es ein Tag gewesen. All die Tränen, all das Grinsen, all das Hüpfen, das neue ich, das eigentlich noch immer so aussieht, wie das Spiegelbild von vor ein paar Monaten. Das Herz schlägt immer noch im gleichen Takt und trotzdem, ist in mir so viel passiert. Ich habe so viel gelernt und erfahren. Über Freundschaft, über Leben, über Glück und über Liebe. Selbstliebe. Manchmal da würde ich gerne einfach auf eine Wiese treten, für ein paar Minuten an einen Ort, an dem man ruhig denken kann, ohne von all den anderen Gefühlen in mir angeschrien zu werden. Manchmal da würde ich mir wünschen, einfach denken zu können, ohne von Erinnerungen bestimmt zu werden, in welche Richtung meine Entscheidung driften sollte. Manchmal, da würde ich auch gerne einfach keine Entscheidungen treffen müs…

Yeah you should be loving someone.

Da hängen tausend Bilder von irgendwelchen Mädchen, ich kenne nicht ihre Namen. Nicht den Grund warum sie in die Kamera lächeln und weiß auch nicht, ob es wirklich ihr Style ist, den sie tragen. Trotzdem hängen die Bilder da, ich mag die Atmosphäre die sie in mein Zimmer bringen, ich mag die Stille, die sie mit sich bringen und die verschiedenen Gefühle, die man erkennen kann. Manchmal, da starre ich stundenlang drauf, nur um zu verstehen, das es da vielleicht noch mehr draußen in der Welt gibt. Vielleicht mehr Menschen, die das anziehen, was ich anziehe. Die das hören, was ich höre. Die aus dem gleichen Grund lachen wie ich und nicht weg sehen, wenn Menschen, andere ausschließen.
Die Regenbogenfarben lassen den ganzen Raum erleuchten, alle Herzen schlagen im gleichen Takt und alle singen eine Zeile. Yeah, you should be loving someone. Ich habe lange gebraucht, um wirklich das große Ganze zu verstehen. Auch wenn ich lange gedacht habe, zu wissen wie ich glücklich sein kann, wie die Welt …

Na und.

Es ist die Ausstrahlung, das Auftreten, all die Bider bei Instagram, der perfekte Körper, kein Gramm zu viel, alles super ausgeleuchtet, das Lachen an der richtigen Stelle, dass uns das Glück zeigt. Die gebräunten Beine, der Highleighter, der so wunderschön auf dem Nasenrücken und den Wangenknochen schimmert, die Schrittfolge, der Bewegungsablauf, der Gang, der alle anderen zwingt hinzusehen, die Haare, die fallen, als wären sie gerade frisch gewaschen und drei Stunden geföhnt worden. Das Outfit, das aussieht, als wäre es aus der letzen Zeitschriften Ausgabe, von einem Topmodell kopiert worden. Der Geschmack eben, der sind im Zimmer, den Klamotten, den Tanzschritten und in der Musik widerspiegelt, auf den alle neidisch sind.
Das war das Stichwort. Neid. 
Es ist Sonntag, eigentlich müssten wir für die Schule lernen, der Familie helfen oder einfach Sinnvolle Dinge erledigen. Aber die Puste ist uns allen ausgegangen, weil die Sonne vergessen hat zu scheinen und weil uns der Regen noch tief…