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Vielleicht.



Mein Kopf tut weh. Vollgestopft mit Schmerztabletten. Ich versuche zu denken, mal positiv über den Tellerrand zu blicken. Ich stehe am Wegrand, muss mich entscheiden, ob ich zurückblicke, traurig, mit Tränen in den Augen. Oder aber ich nehme den Weg vor mir, ich werde wahrscheinlich viel verlieren, vielleicht auch mal ans umdrehen denken. Aber ich mach das was ich mag, ich sage Dinge die mich ausmachen. 
Vielleicht ist jetzt ein Lebensabschnitt vorbei und ich habe es nur noch nicht gemerkt, weil ich noch zu sehr in der Vergangenheit hänge, daran festhalte. Trotzdem macht mir die Zukunft Angst, ich weiß ganz genau das ich Mensch verlieren werde, die ich liebe, mir alles bedeuten. Aber vielleicht bedeuten sie mir in der Zukunft nichts mehr.
Es sind dann eben nur noch die weißt-du-noch-Menschen, die man nach zehn Jahren trifft, sich mit ihnen auf einen Café verabredet und in alten Zeiten schwelgt. Mit denen man ein paar Stunden verbringt und man glitzernde Augen bekommt. Gleichzeitig aber weiß, dass sie nur Gespenster von früher sind.
Zeiten ändern sich. Ich bin anderes. Anders als vor ein paar Monaten, vielleicht sollte ich es mir eingestehen. Es bringt einem viel mehr. Viel mehr Selbstsicherheit. Denke ich.
Also stehe ich weiter am Rand, sehe den Autos zu, wie sie ihre Blinker setzten. Ihren genauen Weg wissen. Meine Entscheidung ist noch nicht gefallen, ich kann es noch nicht. Ich bin noch nicht bereit, das große Buch zu zuklappen. Ich liebe sie. Meine Vergangenheit, meinen gegangenen Weg, meine Entscheidungen. Mit fallen so viele Geschichten ein. Sie ist doch mein Leben, darum muss ich doch kämpfen, oder etwa nicht?

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Immer wenn ich denk es wär vorbei, kommst du mir wieder so gefährlich nah und alles fängt wieder von vorne an.

Ich habe über ihn noch nie viel geschrieben. Ich dachte immer, es wäre nicht notwendig. Aber das stimmt so nicht, denn er ist mein treuer Begleiter, seit dem Anfang meines Lebens. Es gibt so viele Grenzen, die ich bei ihm getestet habe, so vieles das ich bei ihm gelernt habe. Wer ich bin, was ich will und was ich auch von Typen will. Und ich habe schon so oft darüber nachgedacht, ob er denn nicht der Richtige für mich wäre. Ich habe mir schon so oft vorgestellt, wie das Leben später mit ihm wäre. In einer Wohnung, vielleicht mit Kindern. Mit einem Job, mit einem lächeln. Denn eines ist sicher, wenn ich bei ihm bin fange ich an zu lächeln und höre erst wieder auf, wenn er weg ist. Aus meiner Sichtweite, weg aus meinen Gedanken. Wie oft ich schon in der Badewanne lag, nachdem wir uns getroffen haben und ich mich tot gegrinst habe über unsere Sprüche, unsere Aktionen. Nur mit ihm kann ich in einer Stunde so viel neues von mir erfahren, so viel erleben, wie mit keinem anderen Erst wenn man …

Start again

Ich lese ihre wenigen Worte. Ironisch und mit einem fetten Zwinkern. Und ich lache. Eine kleine Glückswelle schlägt gegen meine Seele und lässt sie für wenige Sekunden aufleuchten. Gerade noch war ich in einen Text vertieft, es ging um Mut, das Selbstbewusstsein  und das Ich-Gefühl. Ich wollte, dass er mich endlich wieder mitreißt in meine Gedankenwelt, in der ich schon so lange nicht mehr war. Viel zu lange habe ich keine Buchstaben aneinander gereiht und daraus meine Regeln, Ereignisse und Kunststücke gebaut. Viel zu lange habe ich mich immer wieder gezwungen über diesen Kerl nachzudenken, zu einem Ergebnis zu kommen und über ihn einen Text zu schrieben der Abschließt. Viel zu lange wollte ich schon einen Text zu dem Ende schreiben. Über all das was in meinen letzten Monaten passiert ist. Aber irgendwie schaffe ich das alles noch nicht, nicht weil ich nicht damit klar komme. Vielleicht einfach deswegen, weil ich niemanden verletzten will, weil ich mir noch nicht über alles sicher bin…

I was so much younger yesterday.

Wahrscheinlich dachte ich, ich könnte ewig weglaufen. Vor der Vergangenheit, vor der Zukunft, vor den Gedanken die mich aufgefressen hätten. Aber jetzt ist es wieder da, das ganze Jahr zieht an mir vorbei, als wäre es ein Tag gewesen. All die Tränen, all das Grinsen, all das Hüpfen, das neue ich, das eigentlich noch immer so aussieht, wie das Spiegelbild von vor ein paar Monaten. Das Herz schlägt immer noch im gleichen Takt und trotzdem, ist in mir so viel passiert. Ich habe so viel gelernt und erfahren. Über Freundschaft, über Leben, über Glück und über Liebe. Selbstliebe. Manchmal da würde ich gerne einfach auf eine Wiese treten, für ein paar Minuten an einen Ort, an dem man ruhig denken kann, ohne von all den anderen Gefühlen in mir angeschrien zu werden. Manchmal da würde ich mir wünschen, einfach denken zu können, ohne von Erinnerungen bestimmt zu werden, in welche Richtung meine Entscheidung driften sollte. Manchmal, da würde ich auch gerne einfach keine Entscheidungen treffen müs…