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Er rückt seine Kappe zurecht.



Er rückt seine Kappe zurecht. Wir schlendern weiter. Wissen eigentlich nicht wohin, warum wir immer noch nebeneinander gehen. Eigentlich müssten wir nach Hause. Eigentlich würden sich unsere Wege längst trennen. Eigentlich ist das, was wir hier gerade machen Schwachsinn.
Trotzdem gehen wir weiter. Mal schaue ich ihn an. Mal schaut er mich an. Wir grinsen, wenn wir es bemerken. Fühlen uns ertappt. Können aber nicht die Augen voneinander lassen. Müssen weiter hin sehen. Egal wann. Er drückt seine Zigarette viel zu früh aus, nur damit er weiter meinem Blick standhalten kann, merkt nicht, dass er noch nicht den letzten Zug genommen hat. Er dreht sich um, sitzt da und sieht mich an, obwohl sein Name hundert mal durch den Raum gerufen wird. Ich stoße im Gang ausersehen gegen ihn, er fängt mich ab. Unsere Hände halten mich, stabilisieren mein Gleichgewicht.
Normalerweise bin ich dann verliebt. Normalerweise habe ich ein Kribbeln im Bauch. Aber ich muss ihn einfach nur ansehen, anlächeln, mal nicken. Ich bin nicht nervös, eher ausgeglichen. Er zuckt nicht zusammen, wenn ich ihn genau mustere, seine Lippen mit meinen Augen abfahre. Wenn er seinen Arm immer noch um meine Taille hat, und seine Freunde schon auf ihn warten. Ich kann nicht sagen was das ist mit diesem Jungen. Und trotzdem freue ich mich, wenn sich Vans um die Ecke schieben, die unverkennbare Kappe, die braun blonden Haare, das gelangweilte und doch irgendwie verschmitzte Lächeln, der muskelbepackte Körper, die enge graue Jeans. Der Junge, der mich mehr beschäftigt als ich dachte.

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Immer wenn ich denk es wär vorbei, kommst du mir wieder so gefährlich nah und alles fängt wieder von vorne an.

Ich habe über ihn noch nie viel geschrieben. Ich dachte immer, es wäre nicht notwendig. Aber das stimmt so nicht, denn er ist mein treuer Begleiter, seit dem Anfang meines Lebens. Es gibt so viele Grenzen, die ich bei ihm getestet habe, so vieles das ich bei ihm gelernt habe. Wer ich bin, was ich will und was ich auch von Typen will. Und ich habe schon so oft darüber nachgedacht, ob er denn nicht der Richtige für mich wäre. Ich habe mir schon so oft vorgestellt, wie das Leben später mit ihm wäre. In einer Wohnung, vielleicht mit Kindern. Mit einem Job, mit einem lächeln. Denn eines ist sicher, wenn ich bei ihm bin fange ich an zu lächeln und höre erst wieder auf, wenn er weg ist. Aus meiner Sichtweite, weg aus meinen Gedanken. Wie oft ich schon in der Badewanne lag, nachdem wir uns getroffen haben und ich mich tot gegrinst habe über unsere Sprüche, unsere Aktionen. Nur mit ihm kann ich in einer Stunde so viel neues von mir erfahren, so viel erleben, wie mit keinem anderen Erst wenn man …

Start again

Ich lese ihre wenigen Worte. Ironisch und mit einem fetten Zwinkern. Und ich lache. Eine kleine Glückswelle schlägt gegen meine Seele und lässt sie für wenige Sekunden aufleuchten. Gerade noch war ich in einen Text vertieft, es ging um Mut, das Selbstbewusstsein  und das Ich-Gefühl. Ich wollte, dass er mich endlich wieder mitreißt in meine Gedankenwelt, in der ich schon so lange nicht mehr war. Viel zu lange habe ich keine Buchstaben aneinander gereiht und daraus meine Regeln, Ereignisse und Kunststücke gebaut. Viel zu lange habe ich mich immer wieder gezwungen über diesen Kerl nachzudenken, zu einem Ergebnis zu kommen und über ihn einen Text zu schrieben der Abschließt. Viel zu lange wollte ich schon einen Text zu dem Ende schreiben. Über all das was in meinen letzten Monaten passiert ist. Aber irgendwie schaffe ich das alles noch nicht, nicht weil ich nicht damit klar komme. Vielleicht einfach deswegen, weil ich niemanden verletzten will, weil ich mir noch nicht über alles sicher bin…

Na und.

Es ist die Ausstrahlung, das Auftreten, all die Bider bei Instagram, der perfekte Körper, kein Gramm zu viel, alles super ausgeleuchtet, das Lachen an der richtigen Stelle, dass uns das Glück zeigt. Die gebräunten Beine, der Highleighter, der so wunderschön auf dem Nasenrücken und den Wangenknochen schimmert, die Schrittfolge, der Bewegungsablauf, der Gang, der alle anderen zwingt hinzusehen, die Haare, die fallen, als wären sie gerade frisch gewaschen und drei Stunden geföhnt worden. Das Outfit, das aussieht, als wäre es aus der letzen Zeitschriften Ausgabe, von einem Topmodell kopiert worden. Der Geschmack eben, der sind im Zimmer, den Klamotten, den Tanzschritten und in der Musik widerspiegelt, auf den alle neidisch sind.
Das war das Stichwort. Neid. 
Es ist Sonntag, eigentlich müssten wir für die Schule lernen, der Familie helfen oder einfach Sinnvolle Dinge erledigen. Aber die Puste ist uns allen ausgegangen, weil die Sonne vergessen hat zu scheinen und weil uns der Regen noch tief…