Direkt zum Hauptbereich

Ich wollte es.

“Wenn wir mal ehrlich sind: Wir trinken nicht weil es schmeckt, wir trinken wegen dem Effekt!”

Du kannst so gut schreiben. Wie kannst du nur alles so genau beobachten und dann in Worte fassen. Genau das gleiche hab ich auch gerade gedacht, nur nicht in solch schönen Worten.
Ich höre es öfter. Manchmal zu oft. Ich bin geschmeichelt. Berührt. Kann nicht glauben, dass andere das gut finden was ich mache. Ich will es vielleicht glauben, denn es ist genau das was mich zu hundert Prozent ausmacht. Das für was ich lebe. Und strebe. Das Schreiben. Das denken. Das Beobachten. Das in Worte fassen.
Ich kann an so viele Momente zurückdenken, setzte mich hin und lasse meine Finger über die Tastatur gleiten. Als würde alles von alleine gehen. Ich denke nicht viel. Ich lasse einfach meinen Körper das tun, was er am meisten liebt. Was meinem Kopf zum Schmunzeln bringt. 
Und manchmal könnte ich mich stundenlang dafür selbst bemitleiden. Das ich dieses, sagen wir Hobby, hab. Keine Woche vergeht, ohne das ich nicht mindestens eine Seite voll gekritzelt habe. Und trotzdem ist es eine Bürde. Denn ich denke. Viel mehr als andere. Setzte mich mit allem auseinander. Will in jeder noch so unwichtigen Situation wissen, warum das jetzt so ist. Und nicht so.

Es war mir einfach zu viel. Ich wollte das es aufhört. Ich wollte nicht mehr meinen Gedankenkreislauf anschieben. Wollte das ich einfach lebe. Ohne dem Kopf. Ohne innerlich Texte zu schreiben. Zu denken was wie auf andere wirken könnte.
Ich hob mein kleines Glas. Ich schaute noch einmal alle in dem Raum an. Für die war es selbst verständlich. Es ist normal. Alltag. Ich schüttete das Zeug in mich, schüttelte meinen Kopf. Verzog das Gesicht und wusste im nächsten Atem Zug, dass ich mehr brauchte um mich endlich ruhig zu stellen. Ich wollte es.

Es waren vielleicht fünfzehn Minuten ohne Kontrolle. Ohne eine einzige Hemmung. Ich war ausgelassen. Lachte auch mal an unpassenden Stellen. Ich sagte Dinge, bei denen ich nicht eine Sekunde an die Konsequenz dachte. Überschritt meine Grenzen die ich doch so klar in meinem Kopf gezogen hatte. Die schon so lange existierten.
Ich würgte alles aus mir heraus. Kein Tropfen konnte sich mehr in meinem Magen befinden. Hatte es sich wirklich gelohnt? War das das Ergebnis was ich angestrebt hatte. Fünfzehn Minuten ohne Gedanken. Wohl kaum. 
Ich betrat eine völlig neue Welt. Eine Welt die mir noch immer fremd ist. Ich werde mich nie in dieser wohlfühlen. Ich brauche meine Gedanken. Ich brauche meinen Verstand, meine Texte die sich wie von alleine schreiben. Auch wenn ich so wesentlich einsamer bin als anderes.

Beliebte Posts aus diesem Blog

Immer wenn ich denk es wär vorbei, kommst du mir wieder so gefährlich nah und alles fängt wieder von vorne an.

Ich habe über ihn noch nie viel geschrieben. Ich dachte immer, es wäre nicht notwendig. Aber das stimmt so nicht, denn er ist mein treuer Begleiter, seit dem Anfang meines Lebens. Es gibt so viele Grenzen, die ich bei ihm getestet habe, so vieles das ich bei ihm gelernt habe. Wer ich bin, was ich will und was ich auch von Typen will. Und ich habe schon so oft darüber nachgedacht, ob er denn nicht der Richtige für mich wäre. Ich habe mir schon so oft vorgestellt, wie das Leben später mit ihm wäre. In einer Wohnung, vielleicht mit Kindern. Mit einem Job, mit einem lächeln. Denn eines ist sicher, wenn ich bei ihm bin fange ich an zu lächeln und höre erst wieder auf, wenn er weg ist. Aus meiner Sichtweite, weg aus meinen Gedanken. Wie oft ich schon in der Badewanne lag, nachdem wir uns getroffen haben und ich mich tot gegrinst habe über unsere Sprüche, unsere Aktionen. Nur mit ihm kann ich in einer Stunde so viel neues von mir erfahren, so viel erleben, wie mit keinem anderen Erst wenn man …

Start again

Ich lese ihre wenigen Worte. Ironisch und mit einem fetten Zwinkern. Und ich lache. Eine kleine Glückswelle schlägt gegen meine Seele und lässt sie für wenige Sekunden aufleuchten. Gerade noch war ich in einen Text vertieft, es ging um Mut, das Selbstbewusstsein  und das Ich-Gefühl. Ich wollte, dass er mich endlich wieder mitreißt in meine Gedankenwelt, in der ich schon so lange nicht mehr war. Viel zu lange habe ich keine Buchstaben aneinander gereiht und daraus meine Regeln, Ereignisse und Kunststücke gebaut. Viel zu lange habe ich mich immer wieder gezwungen über diesen Kerl nachzudenken, zu einem Ergebnis zu kommen und über ihn einen Text zu schrieben der Abschließt. Viel zu lange wollte ich schon einen Text zu dem Ende schreiben. Über all das was in meinen letzten Monaten passiert ist. Aber irgendwie schaffe ich das alles noch nicht, nicht weil ich nicht damit klar komme. Vielleicht einfach deswegen, weil ich niemanden verletzten will, weil ich mir noch nicht über alles sicher bin…

Girlfriend

Der Mann neben mir sagt einen Satz, ein Zitat aus einem Lied, das ich früher hoch und runter gehört habe. Ich erkenne es sofort. Früher hatte das Lied keine einzige Bedeutung für mich. Ich mochte den Bass, das schnelle, das Rebellische was das Lied an sich hatte. Vor etwa zwei Minuten habe ich das Lied noch einmal gehört, und plötzlich hatte es eine neue Bedeutung. Es sagt genau das, was gerade in meinem Kopf abläuft. Es sind die Zeilen die ich mir denke. Ich weiß, dass er mich mag, es ist verdammt nochmal kein Geheimnis. Das sehen auch all die anderen, sie reden über uns. Die einzigen die das nicht verstehen sind wir. Oder vielleicht auch einfach nur ich. Ich habe es all die Jahre nicht verstanden und deswegen passt das Lied auch jetzt so perfekt. Ich will deine Freundin sein. Es ist wohl eine klare Aussage, hinter der sich aber zehntausend Fragezeichen verbergen. Ich bin mir einfach gerade nicht sicher, ob ich das wirklich will. Ich zweifle nicht an ihm. Eher an mir. Er ist älter gewo…