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Wenn ich öfter blinzele.

“Ich kühle täglich mehr innerlich ab.” der Satz hämmert sich durch meinen Kopf. Schließt sich ein und will nicht mehr gehen, will nichts anderes in den Vordergrund lassen.
Es ist nicht so als hätte ich keine Gefühle, ganz im Gegensatz. Ich nehme mir alles viel mehr zu Herzen als andere, lasse Dinge, Gedanken, Situationen manchmal viel zu schnell an mich heran. Trotzdem lerne ich mit jedem Atemzug, dass ich Abstand gewinnen muss, dass ich mich von niemandem mehr verletzten lassen werde. Es waren zu viele die mir plötzlich von hinten aufgelauert sind. Aus den Ängsten Kreisen, Menschen mit denen du alles teilst. Sogar dein Blut.
Ich war noch nie romantisch oder gar verblümt veranlagt. Auch wenn es manchmal so scheint. Rosen sind tückisch, mehr nicht. Kerzen wärmen, machen schönes Licht. Ich sehe viele Dinge nüchtern. Vielleicht ist es verstörend, besonders in meinem Alter. Aber man versteht mich besser, welche Beweggründe ich habe, wenn man den Hintergrund kennt.
Ich brauche keinen Typen, der mit Rosen und Kerzen dasteht. Keinen dem ich siebzehn mal sagen muss, dass für mich das wichtigste in einer Beziehung Vertrauen ist. Denn in der kühlsten, primitivsten Geschäftsbeziehung, ist Vertrauen das unausgesprochene Grundgesetz. Man kann mich beschimpfen für diesen Vergleich, aber vielleicht ist es einfach irgendwann so, dass man nüchtern wird. Abgekühlt. Merkt das sämtliche Blumen, die man sich um seine Welt legt, nichts bringen. Man sollte einfach Schluss machen, ein Ende setzten oder nur noch das nötigste reden, wenn man merkt das keine Grundlage mehr existiert.
Trotz allem bin ich noch fähig zu lieben und mich bei einem Menschen komplett fallen zu lassen, auch wenn ich vor dem Absprung länger nachdenke als andere. Wenn ich öfter blinzele. 

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Ich lese ihre wenigen Worte. Ironisch und mit einem fetten Zwinkern. Und ich lache. Eine kleine Glückswelle schlägt gegen meine Seele und lässt sie für wenige Sekunden aufleuchten. Gerade noch war ich in einen Text vertieft, es ging um Mut, das Selbstbewusstsein  und das Ich-Gefühl. Ich wollte, dass er mich endlich wieder mitreißt in meine Gedankenwelt, in der ich schon so lange nicht mehr war. Viel zu lange habe ich keine Buchstaben aneinander gereiht und daraus meine Regeln, Ereignisse und Kunststücke gebaut. Viel zu lange habe ich mich immer wieder gezwungen über diesen Kerl nachzudenken, zu einem Ergebnis zu kommen und über ihn einen Text zu schrieben der Abschließt. Viel zu lange wollte ich schon einen Text zu dem Ende schreiben. Über all das was in meinen letzten Monaten passiert ist. Aber irgendwie schaffe ich das alles noch nicht, nicht weil ich nicht damit klar komme. Vielleicht einfach deswegen, weil ich niemanden verletzten will, weil ich mir noch nicht über alles sicher bin…

I was so much younger yesterday.

Wahrscheinlich dachte ich, ich könnte ewig weglaufen. Vor der Vergangenheit, vor der Zukunft, vor den Gedanken die mich aufgefressen hätten. Aber jetzt ist es wieder da, das ganze Jahr zieht an mir vorbei, als wäre es ein Tag gewesen. All die Tränen, all das Grinsen, all das Hüpfen, das neue ich, das eigentlich noch immer so aussieht, wie das Spiegelbild von vor ein paar Monaten. Das Herz schlägt immer noch im gleichen Takt und trotzdem, ist in mir so viel passiert. Ich habe so viel gelernt und erfahren. Über Freundschaft, über Leben, über Glück und über Liebe. Selbstliebe. Manchmal da würde ich gerne einfach auf eine Wiese treten, für ein paar Minuten an einen Ort, an dem man ruhig denken kann, ohne von all den anderen Gefühlen in mir angeschrien zu werden. Manchmal da würde ich mir wünschen, einfach denken zu können, ohne von Erinnerungen bestimmt zu werden, in welche Richtung meine Entscheidung driften sollte. Manchmal, da würde ich auch gerne einfach keine Entscheidungen treffen müs…

Na und.

Es ist die Ausstrahlung, das Auftreten, all die Bider bei Instagram, der perfekte Körper, kein Gramm zu viel, alles super ausgeleuchtet, das Lachen an der richtigen Stelle, dass uns das Glück zeigt. Die gebräunten Beine, der Highleighter, der so wunderschön auf dem Nasenrücken und den Wangenknochen schimmert, die Schrittfolge, der Bewegungsablauf, der Gang, der alle anderen zwingt hinzusehen, die Haare, die fallen, als wären sie gerade frisch gewaschen und drei Stunden geföhnt worden. Das Outfit, das aussieht, als wäre es aus der letzen Zeitschriften Ausgabe, von einem Topmodell kopiert worden. Der Geschmack eben, der sind im Zimmer, den Klamotten, den Tanzschritten und in der Musik widerspiegelt, auf den alle neidisch sind.
Das war das Stichwort. Neid. 
Es ist Sonntag, eigentlich müssten wir für die Schule lernen, der Familie helfen oder einfach Sinnvolle Dinge erledigen. Aber die Puste ist uns allen ausgegangen, weil die Sonne vergessen hat zu scheinen und weil uns der Regen noch tief…