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Bedien dich. Nimm dir alles was du willst.



Ich gehe entlang, sehe gerade aus und erspähe das Mädchen vor mir. Sie ist in sich zusammengesunken, sieht zu Boden, hebt ihre Schultern an. Ihre blonden Haare hängen nach unten, unmotiviert, fast schon als wäre es ein Vorhang hinter dem sie sich verstecken möchte. Sie sieht nicht auf, nicht mal wenn sie die Straße überqueren möchte, steht an der Ampel und spielt schüchtern an ihrem Handy herum.

Ich wende meinen Blick auf die andere Straßenseite. Sehe ein Mädchen. Sie hat einen aufrechten Gang, ihre blauen Augen strahlen. Ihre blonden Haare, fest und voluminös, zum neidisch werden, schwingen mit ihrem Taktvollem Gang mit, sie hört Musik, und bewegt ihren Kopf leicht dazu. Um ihren Mund ist ein Lächeln. Sie sieht sich all die Menschen, die ihr entgegenkommen, an. Freundlich und Kontaktlustig, Jungs lächeln sie an, zwinkern ihr zu. Die Frau mit dem Kinderwagen grinst zurück und dreht sich noch einmal zu ihr um.

Ich blinzele zweimal. Bevor ich wieder aufsehe, keine Mädchen mehr zu sehen. Ich bleibe stehen, sehe in das Schaufenster vor mir, wen sehe ich dort. Wer bin ich wirklich? Auf welcher Straßenseite bewege ich mich? Was strahle ich aus? Wie sehen mich andere Menschen, die mir entgegen kommen?
Was ist mit meinen blauen Augen, strahlen sie oder sind sie eher schwarz weiß. Dienen meine blonden Haare zum verstecken oder aber springen sie mit mir um die Wette.
Ich bin beides, manchmal sogar am gleichen Tag. Ich lebe in zwei Welten, ich muss mich täglich dafür entscheiden. Meist aber übernehmen das andere für mich. Sie nehmen sich was sie wollen. Mal das Gute, mal das Schlechte. Bedienen sich an mir, lassen ihre Launen ab, benutzen mich als Taschentuch. Ich verkrafte das schon. Und wenn nicht habe ich zwei Gesichter. Nur wundern sich dann immer alle warum.

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I was so much younger yesterday.

Wahrscheinlich dachte ich, ich könnte ewig weglaufen. Vor der Vergangenheit, vor der Zukunft, vor den Gedanken die mich aufgefressen hätten. Aber jetzt ist es wieder da, das ganze Jahr zieht an mir vorbei, als wäre es ein Tag gewesen. All die Tränen, all das Grinsen, all das Hüpfen, das neue ich, das eigentlich noch immer so aussieht, wie das Spiegelbild von vor ein paar Monaten. Das Herz schlägt immer noch im gleichen Takt und trotzdem, ist in mir so viel passiert. Ich habe so viel gelernt und erfahren. Über Freundschaft, über Leben, über Glück und über Liebe. Selbstliebe. Manchmal da würde ich gerne einfach auf eine Wiese treten, für ein paar Minuten an einen Ort, an dem man ruhig denken kann, ohne von all den anderen Gefühlen in mir angeschrien zu werden. Manchmal da würde ich mir wünschen, einfach denken zu können, ohne von Erinnerungen bestimmt zu werden, in welche Richtung meine Entscheidung driften sollte. Manchmal, da würde ich auch gerne einfach keine Entscheidungen treffen müs…

Yeah you should be loving someone.

Da hängen tausend Bilder von irgendwelchen Mädchen, ich kenne nicht ihre Namen. Nicht den Grund warum sie in die Kamera lächeln und weiß auch nicht, ob es wirklich ihr Style ist, den sie tragen. Trotzdem hängen die Bilder da, ich mag die Atmosphäre die sie in mein Zimmer bringen, ich mag die Stille, die sie mit sich bringen und die verschiedenen Gefühle, die man erkennen kann. Manchmal, da starre ich stundenlang drauf, nur um zu verstehen, das es da vielleicht noch mehr draußen in der Welt gibt. Vielleicht mehr Menschen, die das anziehen, was ich anziehe. Die das hören, was ich höre. Die aus dem gleichen Grund lachen wie ich und nicht weg sehen, wenn Menschen, andere ausschließen.
Die Regenbogenfarben lassen den ganzen Raum erleuchten, alle Herzen schlagen im gleichen Takt und alle singen eine Zeile. Yeah, you should be loving someone. Ich habe lange gebraucht, um wirklich das große Ganze zu verstehen. Auch wenn ich lange gedacht habe, zu wissen wie ich glücklich sein kann, wie die Welt …

Take me on your dream.

Ich vermisse dich. Und ich weiß, dass du mich auch vermisst. Ich vermisse mich.
Ich vermisse all meine Gedanken, all meine Zweifel, all meine Glückshickser und meine Tränenfluten. Das Ich-Gefühl und den Weg, den ich dann doch nicht gehe. Meine Freunde und das Rausgehen, das draußen herumtollen, wie ein kleines Löwenkind, das zum erstmal Sand unter seinen Pfoten spürt.  All die Wellen, die mich mitreißen und mich zu einem neuen Gefühlshoch katapultieren, die mich in irgendwelche Männerarme spülen und für den winzigen Moment denken lassen, dass er es ist, der meine Welt ändern wird. Und in dem Moment glaube ich es wirklich, aufrichtig, voll und ganz. Glaube an das was zwischen uns passiert, an mich und meine Stärke die Vergangenheit endlich ruhen lassen zu können. Ich vermisse meine Sucht danach, mich verlieben zu wollen und meinen Verstand mit rosa Gefühlen benebeln zu lassen.


Über mir liegt ein Schleier, durch den ich nicht durch komme. Ehrlich gesagt weiß ich nicht, wann er begonnen…