Direkt zum Hauptbereich

Wir zünden die erste Kerze an.

Wir zünden die erste Kerze an. Es wird leiser, besinnlicher. Es ist eine unausgesprochene Regel, das diese Zeit des Jahres einem selbst gehört, der Seele, der Familie, der Liebe.
Meine Nägel sind lackiert, mein Schminktisch wird wieder benutzt. Alle ziehen sich schön an, heben Gläser, haben glänzende Augen, küssen sich, lieben sich.
Besinnlich. Was sagt mir das Wort? Was soll ich damit eigentlich anfangen. Heißt es, dass ich mehr nachdenken soll. Soll ich mich in andere Welten denken? Der Vergangenheit nachsehen, in die Zukunft schauen, schwärmen. 

"Sometimes we need to stop analyzing the past, stop planning the future, stop figuring out precisely how we feel, stop deciding exactly what we want, and just see what happens."

Ich denke wieder an dich. Zu oft wenn du mich fragt. Eigentlich ist schon wieder viel zu viel Zeit vergangen. Ich habe mir Bilder von dir angesehen, heute. Es war Tag, ich kann es nicht Melancholie nennen. Ich habe es mit meinem ganzen vollen Verstand getan. Und ich bereue es schon wieder.
Dein Gesicht. Deine Lippen. Ich erinnere mich wieder. So verdammt gut. Ich will mich nicht erinnern, ich will mich nicht besinnen. Ich weiß nicht was ich will. Vielleicht irgendwas mit glücklich sein. Vielleicht endlich mal mit dir abschließen, vielleicht dich endlich vergessen. Ich schaffe es, für zwei Monate, ich denke nicht einmal an dich. Aber dann, dann falle ich wieder in mein Loch. Ich sehe dich überall und weiß, dass du es nicht sein kannst.
Wo ist mein Verstand geblieben? Was macht mein Herz.
Ich will dich nicht mehr sehen, in keinem anderen Menschen. Ich will nicht mehr an dich denken. Abschließen ist so verdammt schwer. Manchmal vielleicht sogar unmöglich.


Beliebte Posts aus diesem Blog

Immer wenn ich denk es wär vorbei, kommst du mir wieder so gefährlich nah und alles fängt wieder von vorne an.

Ich habe über ihn noch nie viel geschrieben. Ich dachte immer, es wäre nicht notwendig. Aber das stimmt so nicht, denn er ist mein treuer Begleiter, seit dem Anfang meines Lebens. Es gibt so viele Grenzen, die ich bei ihm getestet habe, so vieles das ich bei ihm gelernt habe. Wer ich bin, was ich will und was ich auch von Typen will. Und ich habe schon so oft darüber nachgedacht, ob er denn nicht der Richtige für mich wäre. Ich habe mir schon so oft vorgestellt, wie das Leben später mit ihm wäre. In einer Wohnung, vielleicht mit Kindern. Mit einem Job, mit einem lächeln. Denn eines ist sicher, wenn ich bei ihm bin fange ich an zu lächeln und höre erst wieder auf, wenn er weg ist. Aus meiner Sichtweite, weg aus meinen Gedanken. Wie oft ich schon in der Badewanne lag, nachdem wir uns getroffen haben und ich mich tot gegrinst habe über unsere Sprüche, unsere Aktionen. Nur mit ihm kann ich in einer Stunde so viel neues von mir erfahren, so viel erleben, wie mit keinem anderen Erst wenn man …

Start again

Ich lese ihre wenigen Worte. Ironisch und mit einem fetten Zwinkern. Und ich lache. Eine kleine Glückswelle schlägt gegen meine Seele und lässt sie für wenige Sekunden aufleuchten. Gerade noch war ich in einen Text vertieft, es ging um Mut, das Selbstbewusstsein  und das Ich-Gefühl. Ich wollte, dass er mich endlich wieder mitreißt in meine Gedankenwelt, in der ich schon so lange nicht mehr war. Viel zu lange habe ich keine Buchstaben aneinander gereiht und daraus meine Regeln, Ereignisse und Kunststücke gebaut. Viel zu lange habe ich mich immer wieder gezwungen über diesen Kerl nachzudenken, zu einem Ergebnis zu kommen und über ihn einen Text zu schrieben der Abschließt. Viel zu lange wollte ich schon einen Text zu dem Ende schreiben. Über all das was in meinen letzten Monaten passiert ist. Aber irgendwie schaffe ich das alles noch nicht, nicht weil ich nicht damit klar komme. Vielleicht einfach deswegen, weil ich niemanden verletzten will, weil ich mir noch nicht über alles sicher bin…

Girlfriend

Der Mann neben mir sagt einen Satz, ein Zitat aus einem Lied, das ich früher hoch und runter gehört habe. Ich erkenne es sofort. Früher hatte das Lied keine einzige Bedeutung für mich. Ich mochte den Bass, das schnelle, das Rebellische was das Lied an sich hatte. Vor etwa zwei Minuten habe ich das Lied noch einmal gehört, und plötzlich hatte es eine neue Bedeutung. Es sagt genau das, was gerade in meinem Kopf abläuft. Es sind die Zeilen die ich mir denke. Ich weiß, dass er mich mag, es ist verdammt nochmal kein Geheimnis. Das sehen auch all die anderen, sie reden über uns. Die einzigen die das nicht verstehen sind wir. Oder vielleicht auch einfach nur ich. Ich habe es all die Jahre nicht verstanden und deswegen passt das Lied auch jetzt so perfekt. Ich will deine Freundin sein. Es ist wohl eine klare Aussage, hinter der sich aber zehntausend Fragezeichen verbergen. Ich bin mir einfach gerade nicht sicher, ob ich das wirklich will. Ich zweifle nicht an ihm. Eher an mir. Er ist älter gewo…