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Lasst uns die Wunderkerzen schwingen.

Es ist Zeit.
Die Nägel sind noch rot lackiert, der Weihnachtsbaum strahlt noch immer mit der Tischdeko um die Wette. Die Geschenke liegen ausgepackt unter dem Baum, werden täglich begutachtet, langsam in Gebrauch genommen, geliebt, in den Alltag eingeführt.
Doch es ist Zeit den Kopf nach hinten zu drehen, den gegangen Weg hinter sich zu lassen, das hier und jetzt langsam aber sicher als Vergangenheit zu bezeichnen. Zu reflektieren, realisieren oder endlich abzuschließen. Es waren 365 Tage, eine lange Zeit, natürlich muss man sich auf die nächste Zeit freuen, aber in Wirklichkeit muss man erstmal mit den letzten gemalten Spuren fertig werden um sich auf etwas neues einzustellen.
Meistens bleibt das in dem ganzen Trubel vor und nach Weihnachten bei mir zu kurz, wird vergessen. Doch ich versuche mich dazu zu zwingen, denn es bringt nichts. Ein neues Jahr zu beginnen ohne mit sich im reinen zu sein, macht für mich keinen Sinn. Also mach ich erst einmal mein Glas auf, mit all den kleinen Zetteln, hinter denen sich nur schöne Erinnerungen verbringen  zwinge mir ein Lächeln auf, auch wenn manchmal die Seele streikt. Ich versuche am Tag mir wenigstens zehn Minuten Zeit zunehmen, vielleicht wenn ich gerade nach Hause gehe, mir auszumalen was für mich persönlich zum perfekten Tag, Woche oder gleich Leben zählt. Und mir fallen prompt hundert Dinge ein, natürlich, ich bin ein Mensch, wie jeder andere auch.
Es gibt kein Rezept zum glücklich sein, zum strahlen, am meisten von innen, doch man kann es versuchen zu finden. Ich suche es jedes Jahr aufs neue. Vielleicht ist es Einbildung, aber langsam habe ich das Gefühl ich finde immer mehr, habe immer mehr hilfreichere Erkenntnisse.

"Accept the fact that you are not perfect and see how much easier it is to breathe."

Die nächsten Tage werde hauptsächlich zum schreiben nutzen, es hilft mir bei solch Gedankensachen immer am besten, alles noch einmal neu zu ordnen und nochmal einen anderen Blick auf die ein oder andere Sache zu bekommen. Nicht immer, aber meistens. Ich hoffe dass ich so die nächsten 366 Tage gut überstehe, mit vielleicht sogar ein paar erfreudigen Wendungen im Leben. 
Lasst uns nicht das Lächeln vergessen. Lasst uns die Wunderkerzen schwingen.

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Immer wenn ich denk es wär vorbei, kommst du mir wieder so gefährlich nah und alles fängt wieder von vorne an.

Ich habe über ihn noch nie viel geschrieben. Ich dachte immer, es wäre nicht notwendig. Aber das stimmt so nicht, denn er ist mein treuer Begleiter, seit dem Anfang meines Lebens. Es gibt so viele Grenzen, die ich bei ihm getestet habe, so vieles das ich bei ihm gelernt habe. Wer ich bin, was ich will und was ich auch von Typen will. Und ich habe schon so oft darüber nachgedacht, ob er denn nicht der Richtige für mich wäre. Ich habe mir schon so oft vorgestellt, wie das Leben später mit ihm wäre. In einer Wohnung, vielleicht mit Kindern. Mit einem Job, mit einem lächeln. Denn eines ist sicher, wenn ich bei ihm bin fange ich an zu lächeln und höre erst wieder auf, wenn er weg ist. Aus meiner Sichtweite, weg aus meinen Gedanken. Wie oft ich schon in der Badewanne lag, nachdem wir uns getroffen haben und ich mich tot gegrinst habe über unsere Sprüche, unsere Aktionen. Nur mit ihm kann ich in einer Stunde so viel neues von mir erfahren, so viel erleben, wie mit keinem anderen Erst wenn man …

Start again

Ich lese ihre wenigen Worte. Ironisch und mit einem fetten Zwinkern. Und ich lache. Eine kleine Glückswelle schlägt gegen meine Seele und lässt sie für wenige Sekunden aufleuchten. Gerade noch war ich in einen Text vertieft, es ging um Mut, das Selbstbewusstsein  und das Ich-Gefühl. Ich wollte, dass er mich endlich wieder mitreißt in meine Gedankenwelt, in der ich schon so lange nicht mehr war. Viel zu lange habe ich keine Buchstaben aneinander gereiht und daraus meine Regeln, Ereignisse und Kunststücke gebaut. Viel zu lange habe ich mich immer wieder gezwungen über diesen Kerl nachzudenken, zu einem Ergebnis zu kommen und über ihn einen Text zu schrieben der Abschließt. Viel zu lange wollte ich schon einen Text zu dem Ende schreiben. Über all das was in meinen letzten Monaten passiert ist. Aber irgendwie schaffe ich das alles noch nicht, nicht weil ich nicht damit klar komme. Vielleicht einfach deswegen, weil ich niemanden verletzten will, weil ich mir noch nicht über alles sicher bin…

Na und.

Es ist die Ausstrahlung, das Auftreten, all die Bider bei Instagram, der perfekte Körper, kein Gramm zu viel, alles super ausgeleuchtet, das Lachen an der richtigen Stelle, dass uns das Glück zeigt. Die gebräunten Beine, der Highleighter, der so wunderschön auf dem Nasenrücken und den Wangenknochen schimmert, die Schrittfolge, der Bewegungsablauf, der Gang, der alle anderen zwingt hinzusehen, die Haare, die fallen, als wären sie gerade frisch gewaschen und drei Stunden geföhnt worden. Das Outfit, das aussieht, als wäre es aus der letzen Zeitschriften Ausgabe, von einem Topmodell kopiert worden. Der Geschmack eben, der sind im Zimmer, den Klamotten, den Tanzschritten und in der Musik widerspiegelt, auf den alle neidisch sind.
Das war das Stichwort. Neid. 
Es ist Sonntag, eigentlich müssten wir für die Schule lernen, der Familie helfen oder einfach Sinnvolle Dinge erledigen. Aber die Puste ist uns allen ausgegangen, weil die Sonne vergessen hat zu scheinen und weil uns der Regen noch tief…