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I forgot to kiss you.

Die Sonnenstrahlen kitzeln mich endlich wieder an der Nase. Alles leuchtet und strahlt, auch meine Laune. Ich grinse, habe gute Sprüche, fühle mich seit langem sogar einmal wieder ein bisschen so etwas wie selbstbewusst.
Die Pausen wieder an der frischen Luft genießen zu können ist ein Genuss. Es fühlt sich fast wie Freiheit an, nicht sosehr nach eingesperrt, verbannt in eine Welt, in der ich mich nicht wirklich wohlfühle.
Ich entdecke zwei Motocross Räder. Orange und schwarz. Ein kleines Lächeln überzieht meinen Mund, es lässt winzige Glücksstrahlen durch meinen Körper schicken. Allein der Anblick lässt mich träumen. Lässt mich durch die Welt reisen, den Wind spüren und die großen Buchstaben Freiheit sehen.
Zwei Typen biegen um die Ecke. Sichtlich stolz auf ihre Maschinen, auf die Tatsache, dass sie all die Aufmerksamkeit auf sich haben. Vielleicht auch ein bisschen überfordert von der Bühne, auf der sie so plötzlich stehen.
Ich sehe sie mir genauer an. Mein winziges Fantasierädchen fängt an wie wild zu drehen, kleine Wolken zu spinnen auf denen ich die nächsten Tage entspannen kann. Wie können mich solch einfach Dinge so unglaublich faszinieren, in ihren Bann ziehen und meine ganze Aufmerksamkeit in Anspruch nehmen lassen. Mich schon fast zu einem ganz anderen Menschen werden lassen?
Anscheinend ist das eben so. Ich werde erwachsener, aufmerksamer, fröhlicher und komme mehr aus mir heraus, sobald die kleinen Sonnenstrahlen zwischen der dicken Wolkendecke durchspitzen und den Sommer ankündigen.


"Everything passes. Everything changes. Just do what you think you should do."

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Start again

Ich lese ihre wenigen Worte. Ironisch und mit einem fetten Zwinkern. Und ich lache. Eine kleine Glückswelle schlägt gegen meine Seele und lässt sie für wenige Sekunden aufleuchten. Gerade noch war ich in einen Text vertieft, es ging um Mut, das Selbstbewusstsein  und das Ich-Gefühl. Ich wollte, dass er mich endlich wieder mitreißt in meine Gedankenwelt, in der ich schon so lange nicht mehr war. Viel zu lange habe ich keine Buchstaben aneinander gereiht und daraus meine Regeln, Ereignisse und Kunststücke gebaut. Viel zu lange habe ich mich immer wieder gezwungen über diesen Kerl nachzudenken, zu einem Ergebnis zu kommen und über ihn einen Text zu schrieben der Abschließt. Viel zu lange wollte ich schon einen Text zu dem Ende schreiben. Über all das was in meinen letzten Monaten passiert ist. Aber irgendwie schaffe ich das alles noch nicht, nicht weil ich nicht damit klar komme. Vielleicht einfach deswegen, weil ich niemanden verletzten will, weil ich mir noch nicht über alles sicher bin…

I was so much younger yesterday.

Wahrscheinlich dachte ich, ich könnte ewig weglaufen. Vor der Vergangenheit, vor der Zukunft, vor den Gedanken die mich aufgefressen hätten. Aber jetzt ist es wieder da, das ganze Jahr zieht an mir vorbei, als wäre es ein Tag gewesen. All die Tränen, all das Grinsen, all das Hüpfen, das neue ich, das eigentlich noch immer so aussieht, wie das Spiegelbild von vor ein paar Monaten. Das Herz schlägt immer noch im gleichen Takt und trotzdem, ist in mir so viel passiert. Ich habe so viel gelernt und erfahren. Über Freundschaft, über Leben, über Glück und über Liebe. Selbstliebe. Manchmal da würde ich gerne einfach auf eine Wiese treten, für ein paar Minuten an einen Ort, an dem man ruhig denken kann, ohne von all den anderen Gefühlen in mir angeschrien zu werden. Manchmal da würde ich mir wünschen, einfach denken zu können, ohne von Erinnerungen bestimmt zu werden, in welche Richtung meine Entscheidung driften sollte. Manchmal, da würde ich auch gerne einfach keine Entscheidungen treffen müs…

Na und.

Es ist die Ausstrahlung, das Auftreten, all die Bider bei Instagram, der perfekte Körper, kein Gramm zu viel, alles super ausgeleuchtet, das Lachen an der richtigen Stelle, dass uns das Glück zeigt. Die gebräunten Beine, der Highleighter, der so wunderschön auf dem Nasenrücken und den Wangenknochen schimmert, die Schrittfolge, der Bewegungsablauf, der Gang, der alle anderen zwingt hinzusehen, die Haare, die fallen, als wären sie gerade frisch gewaschen und drei Stunden geföhnt worden. Das Outfit, das aussieht, als wäre es aus der letzen Zeitschriften Ausgabe, von einem Topmodell kopiert worden. Der Geschmack eben, der sind im Zimmer, den Klamotten, den Tanzschritten und in der Musik widerspiegelt, auf den alle neidisch sind.
Das war das Stichwort. Neid. 
Es ist Sonntag, eigentlich müssten wir für die Schule lernen, der Familie helfen oder einfach Sinnvolle Dinge erledigen. Aber die Puste ist uns allen ausgegangen, weil die Sonne vergessen hat zu scheinen und weil uns der Regen noch tief…