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Girlfriend

Der Mann neben mir sagt einen Satz, ein Zitat aus einem Lied, das ich früher hoch und runter gehört habe. Ich erkenne es sofort. Früher hatte das Lied keine einzige Bedeutung für mich. Ich mochte den Bass, das schnelle, das Rebellische was das Lied an sich hatte.
Vor etwa zwei Minuten habe ich das Lied noch einmal gehört, und plötzlich hatte es eine neue Bedeutung. Es sagt genau das, was gerade in meinem Kopf abläuft. Es sind die Zeilen die ich mir denke. Ich weiß, dass er mich mag, es ist verdammt nochmal kein Geheimnis. Das sehen auch all die anderen, sie reden über uns. Die einzigen die das nicht verstehen sind wir. Oder vielleicht auch einfach nur ich. Ich habe es all die Jahre nicht verstanden und deswegen passt das Lied auch jetzt so perfekt. Ich will deine Freundin sein.
Es ist wohl eine klare Aussage, hinter der sich aber zehntausend Fragezeichen verbergen. Ich bin mir einfach gerade nicht sicher, ob ich das wirklich will. Ich zweifle nicht an ihm. Eher an mir. Er ist älter geworden, vielleicht auch durch sie. Gerade wegen ihr, ist er heute der Mensch der er ist, oder nicht?

"You’re never going to be 100% ready and it’s never going to be just the right time, but that’s the point. It means that every moment is also the right moment. If you want it, you just have to do it."

Bei keinem anderen Jungen wäre der Schritt so groß wie bei ihm. Denn eines ist sicher, wenn ich mich wirklich für ihn entscheiden würde, mir wirklich die Gefühle erlauben würde, ihm das auch sagen würde, dann gäbe es kein Zurück mehr. Die Hintertüre wie bei all den anderen Kerlen davor wäre nicht vorhanden.  Wir hätten keinen weiten Weg uns zu sehen, wir hätten die gleiche Sicht auf die Welt, wir hätten die gleichen Pausen zum Räuspern und die gleiche Stelle an der wir lachen. 
Wir sind ein eingespieltes Team. Ich kann mir nicht vorstellen, das das jemals nicht so sein könnte. Wir haben zusammen den Weg Richtung erwachsen werden genommen. Manchmal dicht aneinander gedrängt. Manchmal mit einer Menschenmasse zwischen uns. Trotzdem haben wir unseren Kontakt gehalten, haben weiter zusammen gelacht. Besonders in den schlechten Zeiten habe ich mit ihm gelacht, er hat mich abgelenkt und weiter Schwaben lassen ohne es zu wissen.

Es hat mir nie etwas ausgemacht, dass es da ein Mädchen an seiner Seite gab. Ich fand sie hat irgendwann einfach zu ihm gehört. Hin und wieder habe ich mich gefragt, was sein könnte wenn sie nicht da wäre, habe den Gedanken aber schnell über Bord geworfen. Sie war da. Sie gehört an seine Seite. Sie stört mich auch jetzt nicht. Wenn er ihren Namen sagt, ist das so als würde er über seine Schwester reden. Sie stört mich nicht. Das ist der einzige unterschied zu dem Lied. Ich kann nicht sagen, dass ich sie dumm finde, dass ich sie nicht mag. Ich kenne sie nicht und auch wenn, sie hat mir nichts getan. Sie hat meinen Platz übernommen, den ich ohne irgendwas frei gegeben habe, weil ich damals nicht verstanden habe was mal sein könnte.


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I was so much younger yesterday.

Wahrscheinlich dachte ich, ich könnte ewig weglaufen. Vor der Vergangenheit, vor der Zukunft, vor den Gedanken die mich aufgefressen hätten. Aber jetzt ist es wieder da, das ganze Jahr zieht an mir vorbei, als wäre es ein Tag gewesen. All die Tränen, all das Grinsen, all das Hüpfen, das neue ich, das eigentlich noch immer so aussieht, wie das Spiegelbild von vor ein paar Monaten. Das Herz schlägt immer noch im gleichen Takt und trotzdem, ist in mir so viel passiert. Ich habe so viel gelernt und erfahren. Über Freundschaft, über Leben, über Glück und über Liebe. Selbstliebe. Manchmal da würde ich gerne einfach auf eine Wiese treten, für ein paar Minuten an einen Ort, an dem man ruhig denken kann, ohne von all den anderen Gefühlen in mir angeschrien zu werden. Manchmal da würde ich mir wünschen, einfach denken zu können, ohne von Erinnerungen bestimmt zu werden, in welche Richtung meine Entscheidung driften sollte. Manchmal, da würde ich auch gerne einfach keine Entscheidungen treffen müs…

Yeah you should be loving someone.

Da hängen tausend Bilder von irgendwelchen Mädchen, ich kenne nicht ihre Namen. Nicht den Grund warum sie in die Kamera lächeln und weiß auch nicht, ob es wirklich ihr Style ist, den sie tragen. Trotzdem hängen die Bilder da, ich mag die Atmosphäre die sie in mein Zimmer bringen, ich mag die Stille, die sie mit sich bringen und die verschiedenen Gefühle, die man erkennen kann. Manchmal, da starre ich stundenlang drauf, nur um zu verstehen, das es da vielleicht noch mehr draußen in der Welt gibt. Vielleicht mehr Menschen, die das anziehen, was ich anziehe. Die das hören, was ich höre. Die aus dem gleichen Grund lachen wie ich und nicht weg sehen, wenn Menschen, andere ausschließen.
Die Regenbogenfarben lassen den ganzen Raum erleuchten, alle Herzen schlagen im gleichen Takt und alle singen eine Zeile. Yeah, you should be loving someone. Ich habe lange gebraucht, um wirklich das große Ganze zu verstehen. Auch wenn ich lange gedacht habe, zu wissen wie ich glücklich sein kann, wie die Welt …

Take me on your dream.

Ich vermisse dich. Und ich weiß, dass du mich auch vermisst. Ich vermisse mich.
Ich vermisse all meine Gedanken, all meine Zweifel, all meine Glückshickser und meine Tränenfluten. Das Ich-Gefühl und den Weg, den ich dann doch nicht gehe. Meine Freunde und das Rausgehen, das draußen herumtollen, wie ein kleines Löwenkind, das zum erstmal Sand unter seinen Pfoten spürt.  All die Wellen, die mich mitreißen und mich zu einem neuen Gefühlshoch katapultieren, die mich in irgendwelche Männerarme spülen und für den winzigen Moment denken lassen, dass er es ist, der meine Welt ändern wird. Und in dem Moment glaube ich es wirklich, aufrichtig, voll und ganz. Glaube an das was zwischen uns passiert, an mich und meine Stärke die Vergangenheit endlich ruhen lassen zu können. Ich vermisse meine Sucht danach, mich verlieben zu wollen und meinen Verstand mit rosa Gefühlen benebeln zu lassen.


Über mir liegt ein Schleier, durch den ich nicht durch komme. Ehrlich gesagt weiß ich nicht, wann er begonnen…