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Stehengeblieben.

Wir erinnern. Wir denken zurück. Manchmal verdrängen oder vergessen wir aber auch einfach. Manchmal wollen wir den Abend mit nichts auf der Welt vergleichen. Den Grund dafür gibt es eigentlich nicht.
Also ich kenne den Grund nicht. Der Abend war nicht schlimm und trotzdem habe ich mich gegen ihn entschieden. Und ehrlich gesagt habe ich einfach nicht mehr daran gedacht. Vielleicht an ihn, ab und zu. Immer mal wieder wenn eine Nachricht auf meinem Handy aufgeploppt ist und mir seinen Namen unter die Nase gerieben hat. Aber das war auch alles mehr als unregelmäßig. Ich habe mich nicht auf ihn verlassen. Ich habe mich nicht auf ihn eingelassen.
Dafür gab es Gründe, sogar mehr als zwei. Es waren zu viele Stimmen, die ihn nicht in das beste Licht gerückt haben. Auch wenn ich normalerweise mich dafür interessiere, den Stimmen habe ich vertraut. Außerdem war da ja dieser andere Junge. Dieser Junge, der schon immer da war und ich endlich verstanden habe, dass es mehr sein könnte.
Und wieder beginne ich innerlich zu vergleichen. Wieder beginne ich herauszufinden wer mich glücklicher machen könnte. Es ist ein Spiel in meinem Kopf, das ich schon viel zu oft gespielt habe. Er oder er. Sicherheit gegen das Abenteuer. Und in jedem Film, in jedem Buch würden wir früher oder später uns für das Abenteuer entscheiden. Wahrscheinlich einfach deswegen, weil es sich besser anhört. Würde der Junge, den ich unter dem Wort Sicherheit abgespeichert habe, das jemals hören, würde er mir wahrscheinlich an den Kragen gehen. Denn er ist alles andere als eintönig. Aber er ist nicht so unglaublich sprunghaft. Ich weiß, wie ich an ihn appellieren kann, ich weiß wie ich mit ihm umgehen muss. Ich kenne ihn und ich weiß, dass ich ihm was bedeute. Bei dem anderen bin ich mir nicht wirklich sicher. Er hat sein ganzes Leben nur sich gebraucht. Er war sich genug, er musste sich genug sein.



Die letzten Monate hatte ich keine Zeit nach zudenken. ich bin gelaufen, ohne wirklich zu atmen. Ich habe gelacht und mir keine Gedanken gemacht, wie es sein könnte wieder stehen zu bleiben. Und dann kam der Januar und ich bin unerwartet gestoppt worden. Ich würde viel lieber raus, endlich die Schachteln mit Tabletten weglegen, aber sie wollen mich nicht gehen lassen. Ich bin gestrandet, mit meinen Gedanken, meinem kleinen schwarzen Buch voller Erinnerungen und leeren Seiten, die erwarten, dass ich ihnen mein Inneres preisgebe. Aber ich bin mir nicht sicher, ob ich es kann. Ich glaube ich habe es in den letzten zwei Monaten verlernt.

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Immer wenn ich denk es wär vorbei, kommst du mir wieder so gefährlich nah und alles fängt wieder von vorne an.

Ich habe über ihn noch nie viel geschrieben. Ich dachte immer, es wäre nicht notwendig. Aber das stimmt so nicht, denn er ist mein treuer Begleiter, seit dem Anfang meines Lebens. Es gibt so viele Grenzen, die ich bei ihm getestet habe, so vieles das ich bei ihm gelernt habe. Wer ich bin, was ich will und was ich auch von Typen will. Und ich habe schon so oft darüber nachgedacht, ob er denn nicht der Richtige für mich wäre. Ich habe mir schon so oft vorgestellt, wie das Leben später mit ihm wäre. In einer Wohnung, vielleicht mit Kindern. Mit einem Job, mit einem lächeln. Denn eines ist sicher, wenn ich bei ihm bin fange ich an zu lächeln und höre erst wieder auf, wenn er weg ist. Aus meiner Sichtweite, weg aus meinen Gedanken. Wie oft ich schon in der Badewanne lag, nachdem wir uns getroffen haben und ich mich tot gegrinst habe über unsere Sprüche, unsere Aktionen. Nur mit ihm kann ich in einer Stunde so viel neues von mir erfahren, so viel erleben, wie mit keinem anderen Erst wenn man …

Start again

Ich lese ihre wenigen Worte. Ironisch und mit einem fetten Zwinkern. Und ich lache. Eine kleine Glückswelle schlägt gegen meine Seele und lässt sie für wenige Sekunden aufleuchten. Gerade noch war ich in einen Text vertieft, es ging um Mut, das Selbstbewusstsein  und das Ich-Gefühl. Ich wollte, dass er mich endlich wieder mitreißt in meine Gedankenwelt, in der ich schon so lange nicht mehr war. Viel zu lange habe ich keine Buchstaben aneinander gereiht und daraus meine Regeln, Ereignisse und Kunststücke gebaut. Viel zu lange habe ich mich immer wieder gezwungen über diesen Kerl nachzudenken, zu einem Ergebnis zu kommen und über ihn einen Text zu schrieben der Abschließt. Viel zu lange wollte ich schon einen Text zu dem Ende schreiben. Über all das was in meinen letzten Monaten passiert ist. Aber irgendwie schaffe ich das alles noch nicht, nicht weil ich nicht damit klar komme. Vielleicht einfach deswegen, weil ich niemanden verletzten will, weil ich mir noch nicht über alles sicher bin…

I was so much younger yesterday.

Wahrscheinlich dachte ich, ich könnte ewig weglaufen. Vor der Vergangenheit, vor der Zukunft, vor den Gedanken die mich aufgefressen hätten. Aber jetzt ist es wieder da, das ganze Jahr zieht an mir vorbei, als wäre es ein Tag gewesen. All die Tränen, all das Grinsen, all das Hüpfen, das neue ich, das eigentlich noch immer so aussieht, wie das Spiegelbild von vor ein paar Monaten. Das Herz schlägt immer noch im gleichen Takt und trotzdem, ist in mir so viel passiert. Ich habe so viel gelernt und erfahren. Über Freundschaft, über Leben, über Glück und über Liebe. Selbstliebe. Manchmal da würde ich gerne einfach auf eine Wiese treten, für ein paar Minuten an einen Ort, an dem man ruhig denken kann, ohne von all den anderen Gefühlen in mir angeschrien zu werden. Manchmal da würde ich mir wünschen, einfach denken zu können, ohne von Erinnerungen bestimmt zu werden, in welche Richtung meine Entscheidung driften sollte. Manchmal, da würde ich auch gerne einfach keine Entscheidungen treffen müs…