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Ich warte auf den Knall. 
Das tue ich schon seit Jahren.
Ich warte auf eine Bombe die einschlägt und unsere Freundschaft endgültig beendet und den tiefen Schmerz frei setzt, der einfach nicht eintreten will. Darauf, dass endlich in meinem Kopf der Schalter umgelegt wird und ich kapiere, dass er eine andere liebt, das es seine Freundin ist und ich aufhöre sie zu ignorieren. Darauf, dass meine Tränen fließen, weil er immer meine Nummer eins bleiben wird, obwohl er nie wirklich Kenntnis von mir genommen hat, ich aber noch Jahre danach Herzklopfen bekomme, wenn ich ihn sehe.



Es gibt Leben, in denen nichts gleich ist. In denen ständig neue Dinge passieren und man von außen andauernd auf den neusten Stand gebracht werden muss, weil so unglaublich viel passiert. Neue Kerle, neue Gefühle, neue Freunde, neue Gründe für Tränen und neue Zerwürfnisse mit freudiger Versöhnung.
Bei mir läuft das alles anderes. Es ist nicht so, dass sich in meinem Leben nichts verändern würde, das war noch nie so. Verschiedene Freunde, andere Phasen, andere Typen. Mein Geschmack verändert sich, meine Prioritäten, meine Gedanken, eigentlich so gut wie alles. Das ist glaube ich auch normal in meinem Alter, ein Fluss bleibt nicht an einer Stelle kleben, sondern fließt und plätschert immer vor sich hin. Aber ein Wasserfall, ist mein Leben sicher nicht. Es stürzen keinen Fluten in die tiefe und reißen mich mit, aber es kommen auch keine Wassermengen in so großen Schwung, dass es in die Luft gerissen wird. Mein Leben plätschert dahin.
Ich habe ihn immer weniger gesehen und irgendwann sind meine Gedanken immer klarer geworden, waren nicht mehr rosa verschwommen und sein Anfangsbuchstabe ist mir auch nicht mehr überall aufgefallen, ich habe nicht mehr auf die Kennzeichen mit unseren Initialen gestarrt und sie als ein Zeichen eingestuft.
Ich habe mich immer mehr damit abgefunden, dass wir uns verändert haben, habe nicht mehr viel darüber geschrieben, vielleicht ein bisschen verdrängt und dann bin ich losgezogen und habe meine Leute getroffen, habe angefangen wieder neuen Menschen zu vertrauen, wieder zu lachen und neue Insider zu erfinden. Ich bin immer weiter über das Wort „beste Freunde“ gestolpert, auch wenn immer noch der eine Name mir in den Sinn kommt, wenn ich es höre.
Ich habe nicht mehr ständig auf mein Handy geschaut, die Nachrichten wurden weniger und jeder hat wieder angefangen sein eigenes Leben zu leben, mit seinen Freunden und mir wurde bis jetzt nicht wirklich klar, das es vorbei ist. Die Schwärmerei, die Vorstellungen und die Hoffnung. Meine Hoffnungsträger haben schon selbst aufgegeben, ihn abgestempelt, was richtig ist, was ich hätte allein schaffen müssen, aber nicht wollte. Es war zu bequem, ihn zu haben und ihn zu nennen, als Grund für alles, als Zukunftsvision, als Schicksal und perfekten Lebensgefährten ohne all zu großes Risiko.

Veränderungen ziehen ein, doch man merkt es immer viel zu spät. Manchmal versuche ich das Ruder noch rumzureißen, aber in letzter Zeit habe ich gelernt, das das Akzeptieren und Lächeln die beste Möglichkeit ist um abzuschließen. Meistens ist es das richtige. Es kommen neue Kerle, neue Freunde, neue Gründe um zu Lächeln. 

Abschließen und Verändern, hat immer was miteinander zu tun, irgendwie, meistens ist es negativ, aber eigentlich ist es der normale Alltag und überhaupt nicht schlimm. 

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Start again

Ich lese ihre wenigen Worte. Ironisch und mit einem fetten Zwinkern. Und ich lache. Eine kleine Glückswelle schlägt gegen meine Seele und lässt sie für wenige Sekunden aufleuchten. Gerade noch war ich in einen Text vertieft, es ging um Mut, das Selbstbewusstsein  und das Ich-Gefühl. Ich wollte, dass er mich endlich wieder mitreißt in meine Gedankenwelt, in der ich schon so lange nicht mehr war. Viel zu lange habe ich keine Buchstaben aneinander gereiht und daraus meine Regeln, Ereignisse und Kunststücke gebaut. Viel zu lange habe ich mich immer wieder gezwungen über diesen Kerl nachzudenken, zu einem Ergebnis zu kommen und über ihn einen Text zu schrieben der Abschließt. Viel zu lange wollte ich schon einen Text zu dem Ende schreiben. Über all das was in meinen letzten Monaten passiert ist. Aber irgendwie schaffe ich das alles noch nicht, nicht weil ich nicht damit klar komme. Vielleicht einfach deswegen, weil ich niemanden verletzten will, weil ich mir noch nicht über alles sicher bin…

I was so much younger yesterday.

Wahrscheinlich dachte ich, ich könnte ewig weglaufen. Vor der Vergangenheit, vor der Zukunft, vor den Gedanken die mich aufgefressen hätten. Aber jetzt ist es wieder da, das ganze Jahr zieht an mir vorbei, als wäre es ein Tag gewesen. All die Tränen, all das Grinsen, all das Hüpfen, das neue ich, das eigentlich noch immer so aussieht, wie das Spiegelbild von vor ein paar Monaten. Das Herz schlägt immer noch im gleichen Takt und trotzdem, ist in mir so viel passiert. Ich habe so viel gelernt und erfahren. Über Freundschaft, über Leben, über Glück und über Liebe. Selbstliebe. Manchmal da würde ich gerne einfach auf eine Wiese treten, für ein paar Minuten an einen Ort, an dem man ruhig denken kann, ohne von all den anderen Gefühlen in mir angeschrien zu werden. Manchmal da würde ich mir wünschen, einfach denken zu können, ohne von Erinnerungen bestimmt zu werden, in welche Richtung meine Entscheidung driften sollte. Manchmal, da würde ich auch gerne einfach keine Entscheidungen treffen müs…

Na und.

Es ist die Ausstrahlung, das Auftreten, all die Bider bei Instagram, der perfekte Körper, kein Gramm zu viel, alles super ausgeleuchtet, das Lachen an der richtigen Stelle, dass uns das Glück zeigt. Die gebräunten Beine, der Highleighter, der so wunderschön auf dem Nasenrücken und den Wangenknochen schimmert, die Schrittfolge, der Bewegungsablauf, der Gang, der alle anderen zwingt hinzusehen, die Haare, die fallen, als wären sie gerade frisch gewaschen und drei Stunden geföhnt worden. Das Outfit, das aussieht, als wäre es aus der letzen Zeitschriften Ausgabe, von einem Topmodell kopiert worden. Der Geschmack eben, der sind im Zimmer, den Klamotten, den Tanzschritten und in der Musik widerspiegelt, auf den alle neidisch sind.
Das war das Stichwort. Neid. 
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