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The poetry is in the streets

Eingerahmt zwischen zwei meiner besten  Freunde. Links und rechts von mir. Ich in der Mitte, meine Arme auf den Armlehnen, die Beine auf dem Vorderen Sitz, abgelegt.  Vor mir die Leinwand, die Perfektion und Einfachheit eines Films, etwas unheimlich schönes, was ein Thema zur Normalität bringen lässt und mich zum lächeln.
Ich bin verdammt glücklich in dem Moment, muss mich öfter zu beiden Seiten drehen, weil ich mich vergewissern will, dass diese tollen Menschen wirklich bei mir sind, mit mir in eine Welt eintauchen, mit mir den Song im Film hören und mich innerlich jubeln lassen.

Wir gehen an dem Fluss entlang, reden über alles und nichts. Und irgendwie habe ich das Gefühl, dass sie mich mit jeder Minute mehr in ihr Leben zieht, in eine Welt, die mich so fasziniert, meine Gedanken herumwirbeln lässt und meinen Blick auch mal nach hinten richtet, mich kurz von meinem Weg schubst, damit ich mich selbst frage, ob ich mich wirklich wieder fangen will oder einfach auf dem Grasstreifen weiter laufen möchte. Barfuß, vielleicht. Hand in Hand mit ihr, vielleicht. Einfach ohne Grund.
Ehrlich zu sein, ist das einfachste der Welt, habe ich das Gefühl, wenn ich bei ihr bin. 

Mein Blick wandert über all die Menschen, alle auf ihren Bierbänken, dann wandert er zu ihr. Mit der süßersten Frisur, dem weißen Oberteil, aber immernoch dem Gesicht, dem Blick, mit dem ich aufgewachsen bin. Es ist als würde meine Tenniezeit neben mir stehen und mich in die Erwachsenenwelt schieben, während wir über das Fest laufen, durch Menschenmassen durchschlängeln, uns über Wadentattoos aufregen.
Ich habe plötzlich wieder das Gefühl, als ich ihr all meine Lieblingslieder, in diesem kleinen Auto vorspiele, dass ich sie wieder an jedem kleinen Teil meines Lebens und meiner Vorstellung teilhaben lassen will, weil es sich einfach so gehört.



Der Kuchen zwischen uns, sehe ich sie einfach nur an, weil ich es nicht glauben kann, dass man mit einem Menschen so unfassbar gleich auf einer Welle gleiten kann. Wir Reden über Sternzeichen, über die größten Ängste, über Beziehungen, Freundschaften, Findungsphasen, über alles, was uns in den Sinn kommt. 
Es ist das große, aufzuwachen an einem Montag und ihn damit zu beginnen, auf das kleine Mikrofon auf dem Handy zu drücken und dann all die Gedanken der Nacht zu erzählen. Verstanden zu werden, so wie es keiner tut. Nicht mal Mama. Es ist das tollste, kein einziges Wort runterschlucken zu müssen, weil man Angst hat, dass es nicht das richtige sein könnte. Denn nein verdammt, wenn wir reden, dass gibt es nichts falsches, wir können uns alles sagen, weil wir uns vertrauen. Durch sie habe ich es gelernt, blind zu vertrauen, schämen auf die Seite zu schieben und einfach alles auszusprechen.

All die kleinen Momente, habe ich in den letzten Wochen erlebt. Sie machen all die Zweifel wieder wett, die sich in den letzten Monaten angesammelt haben, lassen meinen Rücken wieder durchstrecken, mein Lächeln wieder ehrlich werden, meine Worte sanfter, meine Ganden in Regenbogenfarben einfärben. Mich einfach glücklich und zufrieden sein.
Mich vielleicht sogar, all die Wünsche und Sehnsüchte auf die Seite schieben und das hier und Jetzt voll und ganz annehmen.

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