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Don't call me baby again

Ich vermisse ihn nicht.
Aber ich vermisse uns.
Ich vermisse diese kleinen Nachrichten über den Tag verteilt, die der Garant sind, mindestens einmal pro Tag zu Lächeln. Ich vermisse, die Nachricht, die eigentlich noch von letzter Nacht stammt, nur ich eben mal wieder früher eingeschlafen bin. Ich vermisse das Gefühl, das mich in das hier und jetzt gezogen hat, das nie wollte, dass eine Stunde endet, denn ich habe jede Sekunde mit ihm genossen. Ich vermisse es, jemandem alles anvertrauen zu können, jemandem, der eine vollkommend andere Sicht hatte und mir immer neue Facetten des Denken gezeigt hat. Ich vermisse seine Antworten, die immer so perfekt zu mir gepasst haben, die ich mir nicht besser hätte ausdenken können, weil einfach unser Humor in die selbe Richtung gelaufen ist, natürlich Hand in Hand, Schulter an Schulter, hin und wieder mit kleinen Schubsern, die uns zum Lachen gebracht haben. Ich vermisse all die Bilder, die mich erreicht haben, die Selbstverständlichkeit die er mir entgegen gebracht hat, mich zu einem Teil seines Lebens zu machen, obwohl wir uns nur wenige Wochen kannten. Ich vermisse das Gefühl zu schweben, denn er hat mit jedem Wort meine Schultern noch ein wenig gerader gerückt, den Blick auf mich selbst noch ein wenig rosiger gemacht. Ich vermisse die Zeit, die ich bei langen Spaziergängen, mit mir selbst und meinen Tagträumen verbracht habe, mir eine Zukunft aus Seifenblasen aufgebaut habe, ohne Zeit- oder Ortsangabe. 
Und plötzlich bin ich gefallen. Wegen dir. 
Ich wusste, das der Tag kommen wird. Und trotzdem konnte ich mich nicht auf das Gefühl vorbereiten. Weil ich einfach deinen Worten zu viel Macht gegenben habe. Ich habe dir geglaubt. Ich dachte, wenn ich dir meine Ehrlichkeit gebe, dass ich eine große Chance habe, mehr als nur deine Show von dir zu sehen. Anscheinend habe ich mich geirrt, du kannst nur vorspielen. Kannst nur einen Menschen vorgeben, aber nicht der Mensch sein. Du kannst nicht einfach du sein.
Ich bin gefallen. Wirklich, zwei Stunden im freien Fall. Aber dann habe ich mich gefangen und hatte keine lust mehr. 
Denn wir hatten unseren Sommer mit fast 40 Grad. Aber für mehr hat das wohl alles nicht gereicht. Und wenn ich dich jetzt sehe. Mit ihr, mit ihnen, nur dich. Dann erkenne ich dich nicht. Ich weiß nicht wer genau du da bist, aber du bist nicht dieser eine Mensch, mit dem ich gerne mein Leben geteilt hätte.


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Packfieber. Das alljährliche Silversterfliehen beginnt, also schnell alles zusammen sammeln was mit wärme- und kuschellaune zutun hat. Die kleinen Glücksschweine sind gekauft, stehen im Weg. Und dann werden alle Urlaubsutensilien rausgesucht, für ihren Einsatz feinsäuberlich aufgereiht. Mir fallen kleine runde Spielplättchen in die Hand, Erinnerungsstützen an eine Zeit, mit der ich soviel verbinde. Nicht aufhören kann daran zu denken. Es kommen bald viele Entscheidungen auf mich zu, ich würde lieber einen anderen Weg gehen, es scheint mir unmöglich ein Kreuz an der richtigen Stelle zusetzten. Ich hoffe auf den versprochenen Feenstaub, der  mich an den richtigen Ort trägt. Vielleicht ist es naiv, aber an Wunder zu glauben ist nicht verboten. Wir hoffen es doch alle insgeheim. Endlich mal an eine Stelle in unserem Leben getragen zu werden ohne viel Murks.  "Liebeskummer ist, als wenn man eine Rippe gebrochen hätte. Niemand bemerkt es, aber es tut höllisch weh, wenn man ...

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